Afrika! - Namibia I

13.7.2009 Maun - Windhoek
Mit knapp 100km/h gehts Windhoek entgegen. Die Grenzabfertigung war problemlos. Nur die Einreisebeamtin etwas zu hochnäsig für meinen Geschmack. Da sitzt sie, kaugummikauend und zu Tode gelangweilt, derweilen wir uns die Füsse in den Bauch stehen. Sie stiehlt uns eine Stunde, aber so wie's aussieht, kommen wir noch bei Tageslicht an der Ondekaremba-Farm an, wo Klaus auf uns wartet.
Ich sehe sie noch, aus der Entfernung, aber zu spät. Die Laserpistole auf dem Tripod neben einem unauffällig im Gras geparkten Auto. Und schon hält er mich auf, der Herr Polizist. Ich bin freundlich, grüße ihn ganz herzlich. Er fordert mich zum Aussteigen auf. Oh je. Come and see! meint er. Au weia - jetzt hat er wohl meine nicht mehr existierende Rückleuchte entdeckt. Auch das noch. Aber das meint er gar nicht. Er moniert den fehlenden Geschwindigkeitsaufkleber am Heck. Jedes Auto über 9to muß so ein 80, 90 oder 100km/h Schild haben. Ich wittere meine Chance. Erkläre ihm, daß Maxl kein Lkw ist, sondern ein 'Sonder-Kfz Wohznmobil' und als solches von dieser Pflicht befreit ist. Ich habe ein Papier als Beweis. Und präsentiere ihm den fotokopierten deutschen Kfz-Schein. Außerdem darf ich 110km/h fahren und verweise auf die eingetragene Höchstgeschwindigkeit. Er dreht und wendet den Kfz-Schein und zeigt sich schließlich zufrieden. Then everything is ok! Gute Fahrt noch!

15.7.2009 Ondekaremba Farm - Windhoek - Ondekaremba Farm
Es ist ein kleiner Kulturschock - die Ondekaremba Farm ist so deutsch, wie es nur werden kann, die Gäste allesamt Deutsche, es wird deutsch gesprochen und gegessen. Nur der Wein ist - Gottseidank - aus Südafrika.
Nachts wird es erstmals wirklich bitterkalt. Minus 6° messe ich. Und die Heizung streikt. Es gibt keinen Winterdiesel, das kann ja lustig werden.
Namibia - We meet up with Klaus at a farm called Ondekaremba, which once was an operational farm but has since been changed to a 'Guest Farm House', they have designated the entrance at the farm to a sort of 'Dandaro' complex which seems to be the norm with most farms in Namibia. Ondekaremba was owned by Germans and the son-in-law was running the place. I am trying to find the correct phrase or words to express how stunned I was to be in a place that really needed the war vets to invade. I would like to believe that only the ugliness I felt from the son-in-law was not the same sentiments as that of owners of the property......Klab people do not go there.

We sent off with Klaus to MAN to get a new tyre and also to get the brake light replaced, as this too was damaged by the blow out of the tyre. Many thousands of Nambian dollars later the light was fixed and the tyre was ordered.
Wir fahren nach Windhoek, um die Rückleuchten für den Truck zu besorgen und um nach dem Stand der Dinge betreffs dem 16.00 Reifen zu fragen. Die 7-Kammer-Rückleuchte ist bei der hiesigen MAN Vertretung (Pedaco Engineering (Pty) Ltd., 5-7 Newcastle Street, Northern Industrial Area, Windhoek) tatsächlich vorrätig und nach weniger als 10min auch montiert. So eine Plastik-Rückleuchte kostet übrigens über zweihundert Euro. Die spinnen.
Es gibt keine Neuigkeiten wegen dem Reifen. Nicht vor Donnerstag, heißt es. Der MAN-Mann (Stefan Münstermann, +264 61 268800, +264 81 1228800) bietet an, seine Kontakte spielen zu lassen. Das Militär fährt solche Reifen und er hat gute Beziehungen dahin. Tatsächlich findet man dort einen Reifen, ich kann ihn morgen haben, sie nehmen dann den von mir bestellten Reifen später ab. Da bin ich platt. Soviel Hilfsbereitschaft und Einsatz erstaunt. Und das Beste ist, es klappt auch tatsächlich.

16.7.2009 Ondekaremba Farm - Hardap Dam Recreation Resort
Am nächsten Tag fahren wir also zum Reifenhändler, MAN liefert den Militär-Reifen und die Buben machen sich eifrig ans Werk. Ich muß nur höllisch aufpassen, zweiteilige Alufelgen, Reifendruckregelanlage und Bead-Locks haben sie in ihrem Leben noch nicht gesehen und ich muß mehr als einmal einschreiten, damit sie nicht z.B. schnell, schnell die Felgen mit dem Schlagschrauber wieder miteinander verschrauben. Die Kosten für die Montage sind wirklich vernachlässigbar und für ihren Einsatz gibt es für die Buben ein angemessenes Trinkgeld. Wir sind endlich wieder flott!
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Kurz vor Sonnenuntergang verlassen wir die Hauptstraße und nächtigen im Hardap Dam Recreation Resort auf dem Campingplatz. Der Stausee ist wunderschön, der Campingplatz aber ohne Sicht auf den See, schade. Es ist mal wieder bitter kalt, nicht einmal im Restaurant des Resorts können wir uns aufwärmen - es hat keine Heizung. Selbst die Kellner laufen in dicken Winterjacken und -mützen herum. Wenn's nicht so hinderlich wäre, hätten sie sicher auch Handschuhe an.
Wenigstens habe ich einen Trick gefunden, wie ich die Heizung zum Laufen bringe. Ich muß sie eben bei ausreichenden Plusgraden einschalten, dann läuft sie zumindest einen Teil der Nacht und hält so die Innentemperator auf erträglichem Niveau!

17.7.2009 Hardap Dam Recreation Resort - Gochas
In Marienthal, dem letzten 'größeren' Ort, bevor wir auf die Piste in Richtung Kgalagadi Transfrontier Park abbiegen, tanken wir noch einmal randvoll und vervollständigen noch einmal unsere Vorräte (Fleisch gibts kiloweise zum Spottpreis).
Die Piste ist perfekt. Wenn man wissen möchte, wie die perfekte Piste gebaut wird - hier ist sie. Butterweich, nicht die Spur eines Wellblechs, kerzengerade. Es fährt sich besser als auf Teer. Nur stauben tuts gewaltig, so daß wir mit mehreren Kilometern Abstand fahren müssen.
Links und rechts der Straße stehen Zäune. Über zig Kilometer. Ich wußte gar nicht, daß es sich lohnt, Wüste einzuzäunen! Ein paar zehntausend Hektar Land sind das schon, so eine Farm. Ein bißchen mehr, als man zum Leben braucht. Daß sich da Neid und Haß regt, kann ich verstehen...
Bis Mata Mata schaffen wir es heute bei Tageslicht aber doch nicht mehr. Also machen wir früher Schluß und bleiben in Gochas, dem letzten Ort, gute 100km vor der Grenze. Wir treffen eine Gruppe Motorradfahrer aus Südafrika und verbringen den Abend bei ein paar Bierchen, wilden Geschichten und viel Gelächter.

18.7.2009 Gochas - Twee Rivieren
Der Polizist am Grenzposten zur Ausreise nimmts ganz genau. Er glaubt, Waffen finden zu können und will jedes Staufach inspizieren. Nur Pipo, der mucksmäuschenstill in seinem Katzenhaus sitzt, entgeht ihm. Uff.
Wir haben keine Reservierung für den Nationalpark. Das liegt mir ein bißchen im Magen, denn wenn sie uns am Gate zurückweisen, können wir nichts anderes tun, als wieder versuchen, nach Namibia einzureisen. Aber der Ranger ist hilfsbereit, setzt sich an seinen Computer (er ist über Satellit mit dem Internet verbunden und kann so auf die Reservierungszentrale in Johannesburg zugreifen) und findet uns für die nächsten paar Nächte Quartiere. Wir müssen nur heute noch bis nach Twee Rivieren, etwa 160km quer durch den Nationalpark, da nur dort für heute nacht noch ein Stellplatz frei ist. Weitere vier Nächte hat er uns in Nassob, 160km von Twee Rivieren entfernt, mitten im Park reservieren können.
Die Piste bis Twee Rivieren ist teils sandig, teils weich, teils knüppelhartes Wellblech. Wir sehen Gemsböcke, Spießböcke. Spießböcke, Gemsböcke. Und ab und zu ein Gnu.
Der Campingplatz in Twee Rivieren ist alles andere als voll. Von wegen 'noch ein Stellplatz frei'. Das Reservierungssystem hat durchaus Verbesserungspotential, denke ich. Wir suchen uns einen Stellplatz ganz am Rand und stehen dort fast ganz allein und ungestört. So richtig 'remote', wie der Reiseführer glauben machen mag, ist der Park allerdings hier nicht. Dank der südafrikanischen Teerstraße findet man vom Hymer-Wohnmobil über heckgetriebene BMW's und Mercedes samt Wohnwagenanhänger alles, was nicht so recht in eine Wüstenlandschaft paßt. Vielleicht wirds ja tiefer im Park dann besser. Wir werdens sehen, in Botswana, Teil 2

Afrika! - Namibia II

18.1.2010 Südafrika - Orange River / Norotshama River Resort

Die Ausreise aus Südafrika geht zügig (bis auf die Mehrwertsteuererstattungs-Misere, siehe dort), aber die Immigration in Namibia findet in Janice's Paß keinen südafrikanischen Ausreisestempel und sie weigern sich, uns ohne einen solchen einreisen zu lassen. Wir durchsuchen ihren Paß mehrfach, finden aber nichts. Also fahren wir die paar Kilometer zum südafrikanischen Posten zurück und fordern das Versäumnis nach. Die Dame ist patzig (bei der Ausreise hat sie noch geschlafen), findet aber tatsächlich Fragmente eines Ausreisestempels und triumphiert. Weil er aber nicht lesbar ist, fordern wir einen lesbaren Stempel und bekommen ihn auch. Damit steht dann einer Einreise nach Namibia nichts mehr im Wege.
Entlang des Orange Rivers schlängelt sich ein grünes Band durch die staubige Landschaft. Sogar Trauben wachsen hier (zig Hektar, alles 'Table-Grapes', also Trauben zum Verzehr).
Vorbei an den 'schlafenden Trauben' (kann mir mal einer erklären, was das ist?) fahren wir - wie gewünscht - langsam zum Norotshama River Resort, einem, falls sie dann mal mit dem Ausbau und dem Renovieren fertig sein sollten, wohl traumhaften Plätzchen, nur für uns war's nix - erstens wegen der staubenden und lauten Bagger und zweitens wegen der horrenden Preise. Dabei hatte der Herr Waas gedacht, daß er sich zum Anlasse seines Geburtstages etwas hübsches antun wollte...
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Aber wir lassen uns die Laune nicht vermiesen und feiern standesgemäß bei Champagner und Kerzenschein in Herrn Waas's Geburtstag hinein.
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19.1.2010 Orange River - Ai Ais

Ein paar Kilometer weiter findet sich eine kleine Siedlung, in der die Farmarbeiter leben. Kleine und kleinste Hütten, ohne Strom, ohne fließendes Wasser, ohne Sanitäreinrichtungen. Die Riesen-Farm würde sich nichts abbrechen, wenn sie hier vernünftige Unterkünfte für ihre Arbeiter bauen würde, gehts mir durch den Kopf.
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Ein Stück begleiten wir den Orange River mit seinem grünen Band noch,
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dann geht's ab Richtung Wüste. Ich mag sie einfach, diese unendlich weite Landschaft.
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In Ai Ais ist's heiß. Wahnsinnig heiß. Weit über vierzig Grad zeigt unser Thermometer an. Die Leute an der Rezeption winken ab. Das sei gar nichts. Bis über 50 Grad (!) heiß wird es hier. Heute sei's angenehm. Trotzdem sind wir heilfroh über unsere wieder funktionierende Klimaanlage.
Wir verbringen den Tag im Schatten, erfreuen uns des Wellnessangebotes (meinen Füßen schadet die Pedicure ganz und gar nicht) und beobachten Vögel, die sich an den Dattteln laben.
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Der Fish River ist außergewöhnlich voll. Ein reißender Strom. Und nirgends eine Wolke oder gar Regen. Auf Nachfrage erklärt man uns, daß wegen der schweren Regenfälle weiter nördlich die Staudämme übervoll seien, außderdem würde deutlich mehr Regen erwartet und deshalb hunderte von Kubikmetern Wasser pro Sekunde abgelassen. Aus über 300km Entfernung kommen die Wassermassen und der Pegel soll die nächsten Tage noch erheblich steigen.
Ich sehe wilde Pferde mitten im Fluß. Sie sind von der Flutwelle überrascht worden und sitzen jetzt auf einer kleinen, bereits überfluteten Insel fest. Die Wildhüter zucken mit den Achseln - es sind 'wilde' Pferde, sie können schwimmen, da kann man nichts machen. Am nächsten Tag sind sie weg, irgendwo wird es sie schon heile an Land gespült haben, Stromschnellen gibts hier in der Nähe ja nicht...
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21.1.2010 Ai Ais - Fish River Canyon - Canon Roadhouse

Auf unserem Weg zum Fish River Canyon finden wir ein paar besonders hübsche Exemplare des Köcherbaums, der nur hier im Süden Namibias wächst.
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In der Ferne regnet es kräftig.
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Bei weit über 40 Grad im Schatten (wo ist hier einer?) erkunden wir den Fish River Canyon. Gewaltig. Von hier oben erscheint der Fish River als Rinnsal. Die Trecking Route in und durch den Canyon ist gesperrt, weil es in dieser Hitze zu gefährlich ist. Im Canyon hat es über 50 Grad. Manch einer, der hinabgestiegen ist, hat es nicht mehr herauf geschafft. Ich glaub's gerne.
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Weit und breit ist kein Mensch zu sehen. In dieser lebensfeindlichen Hitze und Trockenheit sind wir heilfroh um Maxl, unsere Burg.
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22.1.2010 Canon Roadhouse - Klein Aus Vista

In der Nacht regnet es heftig. Es ist ein schönes Geräusch, wenn die Regentropfen aufs Dach prasseln. Die anderen Camper am Platz finden's nicht so lustig. Um 6 Uhr morgens sehe ich sie, wie sie ihr Bettzeug zum Trocknen in die Sonne hängen. Ihre Zelte waren wohl nicht ganz dicht.
Die Pisten sind weich und ausgespült. Zum Teil ist es unglaublich rutschig. Wir ziehen bisweilen tiefe Spuren, das freut Nachkommende sicher.
Weil ein weiterer Staudamm Wasser ablassen muß, werden wir umgeleitet, die Furt durch den Fluß ist unpassierbar und so wir werden über die Staumauer dirigiert. Maxl paßt gerade so eben durch.
Wir machen Rast in Klein Aus Vista am Rand des Diamantensperrgebietes. Über einen steilen Pfad erklimme ich die Felsen, um den Sonnenuntergang zu beobachten und treffe oben auf zwei Deutsche, Dietmar und Thorsten, die es sich auch bei einem Bierchen gemütlich gemacht haben. Thorsten müht sich, seine Kamera fürs Selbstauslöserbild zu positionieren und stabilisieren - ich biete ihnen an, ein paar Bilder für sie zu schießen und sie revanchieren sich.
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Das Licht ist wieder einmal phänomenal, die Aussicht atemberaubend und der Sonnenuntergang all die Mühe wert, hier heraufzuklettern.
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Ich lade die beiden zum Abendessen ein und sie akzeptieren gerne. Es wird ein wunderbarer Abend, wir alle haben so viel zu erzählen, es wird spät, bis wir ins Bett kommen.

23.1.2010 Klein Aus Vista - Lüderitz

120km gehts geradeaus. Links Sperrgebiet. Rechts Sperrgebiet. Ein seltsames Gefühl. Es wird von seltsamen Gestalten berichtet, die das Sperrgebiet bewachen und denen man nicht begegnen möchte...
Etwas 20km nach Aus kann man rechts zu einer künstliche Wasserstelle abfahren, an der man die wilden Pferde beobachten können soll. Wir sind nach dem letzten Abend allerdings etwas spät dran und sehen nur ein einzelnes Pferd in der Ferne.
Der Sand glitzert. Diamanten? Höchstwahrscheinlich...
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In Lüderitz campieren wir auf Shark's Island. Der Wind bläst kräftigst, der Truck schaukelt. Wir treffen Dietmar und Thorsten wieder. Sie haben ihr Wurfzelt in einem halbwegs windgeschützten Eckchen aufgebaut und beschweren es mit Felsbrocken, damit es ihnen nicht davonfliegt...
Der Campingplatz hat schon bessere Tage gesehen, schade, denn es ist ein besonderes Plätzchen mit der See zur einen Seite und dem Hafen zur anderen.
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Ansonsten ist Lüderitz - vorsichtig ausgedrückt - ein verschlafenes Pflaster. Vielleicht liegt es daran, daß Wochenende ist, aber es ist kein Mensch auf der Straße, die Touristeninfo hat geschlossen, kein Restaurant weit und breit, das geöffnet hätte, die Stadt wirkt wie tot. Wir schlendern durch die deutsche Vergangenheit, da paßt die Verschlafenheit dann doch.
Unsere Freunde finden dann doch ein Restaurant, das am Abend geöffnet hat. Und es schmeckt. Es gibt - wieder einmal - Austern, frisch - diesmal auf Eis. Es sind Zuchtaustern (die 2-3mm großen Jungaustern werden angeblich aus Chile eingeflogen um dann hier im kalten Wasser zu wachsen), sie sind etwas zu 'fett' für meinen Geschmack, vielleicht zu gut gefüttert...
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Im klaren Wasser schwimmen große Quallen. Weil aber das Wasser so kalt ist, daß man sowieso nicht baden kann, stören sie nicht - im Gegenteil, sie sind hübsch zu beobachten, wie sie im Wasser treiben und schwimmen.
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Ein paar hundert Meter von unserem Standplatz liegt ein Schiff. Es 'erntet' nach Aussage des Campingplatz-Wärters Diamanten vom Meeresgrund, die dann offentsichtlich per Helikopter (am Bug ist ein Heli-Pad) abtransportiert werden.
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25.1.2010 Lüderitz - Tirasberge / Namib Desert Lodge

Auf dem Rückweg besuchen wir die 'Geisterstadt' Kolmanskop. Manches ist verfallen, vom Sand wiedererobert, anderes wie unberührt, als ob immer noch jemand hier lebte. Mich beeindrucken Elektroinstallationen, die Eisfabrik, deutsche Technik, unerwartet hier in der Ödnis, sie zeugen davon, daß das alles noch gar nicht so lange her ist...
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Die Stube wirkt bewohnt und am Bücherschrank bin ich versucht, mir ein paar Bücher auszuleihen, mein deutscher Lesestoff ist mir schon vor langer Zeit ausgegangen...
Die Arbeitsverträge, die ausliegen, sind knallhart. 56 Stunden Arbeit die Woche, die Fahrt zur Arbeitsstätte nicht gerechnet (die liegt dann irgendwo draußen in der Wüste), 1 Woche 'Urlaub' im Jahr Ich lerne, daß man 230 Millionen Einheiten Sand, Stein, Felsen bewegen muß, um 1 Einheit Diamanten zu finden. D.h. man muß 230to (!) Material bewegen, um 1 Gramm, ca. 5 Karat Rohdiamanten zu gewinnen. Da laß ich die Suche per Hand lieber bleiben, da ich obendrein einen Diamanten in Rohform wahrscheinlich eh nicht erkennen würde.
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Wir haben uns mit D&T in einer Lodge in den Tirasbergen verabredet. Nach 120km 'geradeaus auf Teer' warten auf uns '200km geradeaus auf Piste'. Dieses Land ist so unvorstellbar groß und leer, aber gerade das fasziniert.
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In der Ferne steht ein Auto. Es ist das Einzige, das wir auf Hunderte von Kilometern treffen. Und es sind natürlich Dietmar & Thorsten. Die verabredete Lodge 30km weiter ist verwaist, also haben sie Zettel hinterlassen (Handyempfang ist hier nicht), eine kleine Schnitzeljagd veranstaltet.
Weil sie unserem Spürsinn allerdings nicht so ganz vertraut haben, warten sie am Straßenrand in der Mörderhitze auf uns. Selbstverständlich hätten wir die weißen (höchst ungewöhnlich befestigten) Papierschnitzel an den Hinweisschildern gefunden - was denken die beiden eigentlich von uns?
Wir lassen die Annehmlichkeiten der Lodge Annehmlichkeiten sein und richten uns auf dem Campingplatz ein paar Kilometer weiter ein. Die Lage könnte schöner nicht sein - hinter uns die Felsmassive der Tiras-Berge und vor uns die unendliche Weite der Namib-Wüste mit ihren leuchtend roten Dünen
Wir haben aus Lüderitz frischen Fisch, Hummerschwänze und Riesengarnelen mitgebracht. Die werden über dem Feuer gegrillt (die Hummerschwänze wandern allerdings in den Dampfgarer), mit kalten Sauvignon Blanc bei perfektem Sonnenuntergang genossen - was wollen wir mehr?
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26.1.2010 Tirasberge - Duwisib Castle - Sesriem

Ein paar Kilometer weiter östlich hat es geregnet und die sonst so karge und trockene Landschaft zeigt Grün. Ein grüner Flaum bedeckt die Berge. Das ist wohl die schönste Zeit, um durch diesen Teil Namibias zu reisen.
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Bis zum Duwisib Castle sind es nur 20km Umweg. Und es lohnt sich. Verrückt, dieses kleine Schloß mitten im Nirgendwo.
Das Schloß wird von Namibia Wildlife Resorts verwaltet und hat eine direkte Satellitenverbindung mit dem Rest der Welt. Weil wir seit Tagen keine Handy-Signal haben und weil ich gelesen habe, daß Sesriem oft ausgebucht ist, bitte ich den Ranger, uns einen Campingplatz zu reservieren. Er ist sehr hilfsbereit, tischt uns Weintrauben auf, erzählt uns Geschichten - und kommt mit einer Reservierungsbestätigung, die sich noch als Gold erweisen sollte.
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Auf dem Weg weiter nach Norden sehen wir vereinzelt Zebras. Und Giraffen. Sie sind auf 'Achtung!' Straßenschilder aufgemalt. Weit und breit kein Tier. Es ist zu heiß.
Unter dem einzigen Baum auf weite Strecken finden wir Dietmar & Thorsten beim Picknick.
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Gottseidank haben wir reserviert. Nur kurz, nachdem wir eingecheckt haben, werden die ersten Leute am Gate abgewiesen. Das Camp sei voll. Möglicherweise ist das Reservierungssystem hier auch verbesserungsfähig, denn wir sehen jede Menge unbenutzte Campsites. Aber wir sind drin und können damit morgen eine Stunde früher als die Leute draußen zum Sonnenaufgang an die 60km entfernte Soussusvlei Dünen aufbrechen und damit evtl. rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf der Düne sein.
Als kleinen Vorgeschmack erklimmen wir die 'kleine' Düne 5km vom Camp. Mann, ist das anstrengend! Wir sind alle völlig durchgeschwitzt, bis wir halbwegs oben ankommen (es gibt immer noch eine Düne hinter der gerade erklommenen, die noch ein Stückchen höher ist und evtl. einen noch besseren Blick hat) und uns völlig außer Atem niederlassen, um ein Bierchen zu geniessen und auf den Sonnenuntergang zu warten.
Und es lohnt sich. Das Licht ist einfach der helle Wahnsinn. Kurz, bevor die Sonne ganz weg ist, leuchten die Berge auf der anderen Seite für ein paar Minuten in einem Licht zwischen rosa und orange, einfach surreal.
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Um 04:30 stehen wir auf, ich mache uns Kaffee, wir warten noch, bis sich der Stau der ganz Eifrigen vor dem inneren Gate aufgelöst hat und brechen kurz nach 05:00 auf zur Soussusvlei-Düne. Es zieht sich endlos. Die erste halbe Stunde ist es noch richtig dunkel, dann fängt es langsam an, zu dämmern. Die meisten halten an der ersten Düne ca. 40km nach dem Gate, die auch relativ einfach zu erklimmen ist (und von der die meisten der bekannten Fotos aus Büchern stammen), aber wir wollen bis ans ans Ende. Wir sind in einem kleinen Daihatsu 4x4, einem sog. 'Softroader' unterwegs (ist zwar 4x4, hat aber keine Sperren und geringe Bodenfreiheit), lassen den 4x2 Parkplatz hinter uns und ab gehts in den Sand. Thorsten, unser Fahrer, machts im Prinzip richtig, nicht allzu zögerlich, leider im falschen Gang. Und dann geht ihm das Drehmoment aus. Und schon stehen wir. 4km von der Düne. Schnell entschlossen lassen wir Luft ab, Dietmar und ich schieben, derweilen Thorsten im - leider viel zu hoch übersetzten - 1. Gang mit schleifender Kupplung losfährt. Das arme Auto. Wir springen in den fahrenden Wagen und schaffen es ohne weiteren Stopp (ich verbiete Thorsten das Schalten - hochtourig, dann hat man Reserven) bis zum 4x4 Parkplatz vor der Düne. Wir sind - bis auf ein Pärchen, das verloren herumsteht, die Einzigen. Welche Düne ist es denn nun? Sie sind alle hoch, sehr hoch. Mein GPS weiß Richtung und Entfernung, aber das sind von hier aus über 2km, das können wir uns vor Sonnenaufgang abschminken. Wir entscheiden uns für eine 'hübsch' aussehende Düne in Richtung Soussusvlei-Düne und erklimmen sie den Kamm entlang. Da war der Aufstieg gestern ein Kinderspiel dagegen. Jeder Schritt verdrängt kiloweise Sand, man sinkt etliche Zentimeter ab, das strengt wahnsinnig an. Und man fühlt kein Vorwärtskommen. Am besten ist es noch, in die Stapfen des Vordermannes zu treten, da verliert man mit jedem Schritt am wenigsten an Höhe und damit Kraft.
Auf halber Höhe bricht dann die Sonne über den nächsten Dünen hervor und taucht uns in warmes, wundervolles Licht. Wir verschnaufen, genießen, warten. Und steigen höher bis zur höchsten Stelle, wo wir uns auf 'unserer' Düne, wir sind ganz alleine, niederlassen und die majestätische Stille im warmen Licht genießen.
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28.1.2010 Sesriem - Hakosberge

Dietmar und Thorsten mußten gestern bereits abreisen, schade, es waren uns zwei sehr angenehme, lustige Reisegefährten. Viel Glück Euch zwei, ich hoffe, wir sehen uns wieder!
Wir bleiben noch einen Tag, besuchen am nächsten Morgen den Sesriem Canyon, einen unvermutet kühlen Ort hier am Rande der Namib, und starten Richung Windhoek, ich warte auf ein Paket aus Deutschland mit den neuen O-Ringen für meine undichten Felgen.
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Wir machen Rast in Solitaire. Eine 'Stadt' mitten im Nichts. Eine Tankstelle samt Werkstatt, eine Bäckerei (mit dem angeblich besten Apfelkuchen der Welt), ein kleiner Shop, in dem man praktisch alles bekommt, ein Restaurant und ein Campingplatz. Das ist alles.
In der Bäckerei palavern wir mit dem Bäckermeister. Er ist angestellt, das Ganze gehört einem Unternehmer, der auch verschiedene Lodges in Namibia besitzt. Schade, das macht das Ganze nur noch halb so romantisch. Er macht uns Brotteig - aller Brotteig, den wir bisher in Namibia kaufen konnten, war ungenießbar süß. Ich weiß nicht warum, aber Südafrika und Namibia will alles zuckersüß. Brot, Salat, Steaksoße, Gemüse, alles im Prinzip ungenießbar. Er mischt uns also frischen Teig - als wir ihn später probieren, ist auch der süß. Da können wir nur auf eine urdeutsche Bäckerei in Windhoek hoffen oder den Teig selbst machen...
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Endlich sehen wir - wenn auch in einiger Entfernung - Zebras. Immerhin etwas. Und queren kurz darauf den Wendekreis des Steinbocks.
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Eine Berglandschaft wie diese hätte ich in Namibia nicht erwartet. Erfrischend grün - auch hier hat es vor kurzem geregnet, die Straßen sind ausgewaschen, zum Teil weggespült. Es wird angenehm kühl - zumindest im Vergleich zu den deutlich über 40 Grad im Tal.
Zweimal versuchen wir unser Glück, ein angenehmes Camp zu finden, zweimal drehen wir wieder um. Das erste verlangt unverschämte 120N$ p.P. für einen nackten Stellplatz, gottseidank weisen sie darauf hin, bevor man die etlichen km über schlechte Piste anfährt, beim zweiten (Rooisand) wird uns deutlich gemacht, daß man uns nicht haben will. Ich vermute, daß der weißen Südafrikanerin Janice's Hautfarbe nicht gefallen hat - sie hat's nicht mal nötig, das Tor zu öffnen, sondern kommuniziert (falls man das so nennen mag - ihr überdimensioniertes Zungenpiercing verhindert eine verständliche Aussprache) mit uns durch das Gitter. 300N$ ruft sie pro Person auf, kein Strom (der Generator ist ausgefallen), kein Wasser (weil der Generator nicht läuft), die Bar oder das Restaurant darf man als Camper nicht benutzen. Danke, ich habe verstanden. Viel Glück noch in der Zukunft, das werdet ihr brauchen...
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Ein paar Kilometer weiter, noch ein Stückchen höher in den Bergen, finden wir schließlich die Hakos Guest Farm. Der Hausherr ist Astronom, ein Verein betreibt gar eine Sternwarte auf dem Gelände.
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Aber es ist Vollmond, keine gute Zeit zum Beobachten. Deshalb sind wir die einzigen Gäste. Von unserem Stellplatz aus haben wir eine wundervolle Aussicht auf die Berge rundum. Was wollen wir mehr?
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30.1.2010 Hakosberge - Windhoek / Arebusch Camp

Als wir zwei Tage später die Farm verlassen, sehen wir sie endlich aus der Nähe, die Zebras.
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Es gibt nicht so wahnsinnig viele Campingmöglichkeiten in Windhoek. Der Beschreibung nach ist das Arbusch Camp noch das Beste (laut Flyer 'quality accomodation in a natural setting', Restaurant, Bar, WLan), aber die Realität sieht leider anders aus. Das 'natural setting' liegt zwischen lokalem Flughafen und einer Hauptstraße mit entsprechendem Lärmpegel, der Busch mußte zig Bungalows und Konferenzzentrum Platz machen (und es herrscht weiterhin rege Bauaktivität), das WLan, 1N$/min teuer, funktioniert nur sporadisch (wobei die nicht verbrauchten Minuten bei Verbindungssabbruch verfallen, da man sich dann nicht mehr abmelden kann) und das Ganze ist mit 120N$ p.P. und Tag auch relativ teuer. Aber es hilft nichts, wir müssen warten, bis mein Paket ankommt, ohne die O-Ringe will ich nicht in entlegene Ecken.
So verbringen wir die Tage lesend, faulenzend, ab und zu in der Stadt, Volker kommt uns besuchen, gibt uns Tips, wir ratschen über Gott und die Welt.
Wie immer scharen sich Neugierige um den Truck, wollen dies und das wissen, so einen Truck haben doch die Wenigsten gesehen. Es sind hauptsächlich deutsche Urlauber, die hier mit ihren gemieteten 4x4 die Tage vor oder nach ihrem Flug verbringen.
Eines Abends gesellen sich zwei Männer zu uns, fragen nach dem Woher, Wohin. Sie selbst kommen gerade aus Malawi, wo sie ein Speedboat, einen Katamaran auf Vordermann bringen wollten. Es sind Südafrikaner, einer von ihnen, Johann, wohnt im Nordwesten an der Küste. Wir haben sein Dorf verpaßt, als wir von den Ceder-Bergen nach Norden gedüst sind. Wir waren ja im Streß, weil uns die Herren in Kapstadt unsere Visa nicht verlängern wollten. Johann, dem das Gezetere mit den Visas peinlich ist, lädt uns spontan auf seine Farm ein, wir seien jederzeit willkommen, können direkt am Ozean stehen (er zeigt uns Bilder, einfach traumhaft - da muß man unbedingt zur Blütezeit hin!), so lange wir wollen.
Wir bewundern seine Laptop-Tasche, aus der er seinen Computer geholt hat, um uns Bilder seiner Farm zu zeigen. Sie ist aus weichstem Leder, reich verziert, handwerklich erste Klasse. Er hat sie selbst gemacht. Er arbeitet mit Leder, so als Zeitvertreib, nebenher. Und erzählt uns, wie er dazu gekommen ist. Holt seine Bibel-Tasche (er ist Missionar), die er reich mit Symbolik verziert hat. Er ist mit Recht stolz darauf. Wir mögen ihn, er ist bodenständig, freundlich, zurückhaltend (irgendwie untypisch für weiße Südafrikaner) und hat Tiefgang. Sie erzählen von ihrer Arbeit - bewundernswert, was die beiden so leisten.

5.2.2010 Windhoek / Arebusch Camp - Windhoek / Elisenheim Guestfarm

Auf Dauer (und unser Paket läßt auf sich warten) ist das Camp nichts für uns. Zu laut, eher Business-Center denn Busch-Camp. Deshalb suche ich im Internet nach einer Alternative und stoße auf die Elisenheim-Farm 10km außerhalb von Windhoek.
Zuerst sind wir schockiert, als wir auf der Schotter-Zufahrtsstraße das gigantische Bauvorhaben erahnen. Hier sollen in der nächsten Zeit 5.000 (!) Häuser gebaut werden - "property development including bridge over the river" nennt sich das (der 'river' ist der 'klein Windhoek', ein stinkendes Rinnsal, das selbst in der Regenzeit nicht ernstzunehmen ist, warum also die Betonung?).
Aber - uns erwartet ein kleines Paradies. Grün, schattig, kühl. Ein paar Baboons (fast ganz schwarz) springen herum, Pferde grasen in nächster Nähe, Vögel zwitschern und die allgegenwärtigen Grillen zirpen überall (wie kommen die auf die Bäume und warum ist 'laut' 'schön'?)
Wir zahlen nur etwa die Hälfte von dem, was die im Arebbusch Camp verlangen und haben die Campsite praktisch für uns alleine.
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Am 11.02. kommt das Paket mit den O-Ringen schließlich an (TNT Express, ein Din-A4 Umschlag, abgeholt in Deutschlang am 4.02., dauert also eine volle Woche). Volker organisiert uns einen Termin für morgen bei M+Z Commercial Vehicles, einer Mercedes-Benz Niederlassung, in der er mit seinem Unimog und anderen Unicat-Fahrzeugen auf MAN Basis sehr gute Erfahrungen gemacht hat.
Die Jungs arbeiten schnell und sauber. Es dauert trotzdem einen ganzen Tag, bis die 4 O-Ringe in den 4 Felgen sind - die Hälfte der Zeit geht für putzen und saubermachen der Felgenhälften (die in Port Elizabeth mit Silikon gedichtet wurden, siehe dort) drauf. Sie wechseln mir den Faltenbalg und reparieren die Hochspannungsleitung zu den Xenon-Fernscheinwerfern, die ich mir irgendwo im Wald abgefahren habe (Ich habe sie auch dazu gebracht, den Kabeleingang nach oben zu verlegen, so daß er jetzt hinter der Halterung sitzt. Merke: Wo ein Kabel freiliegt, findet sich ein Ast, der es kappt!). Ein Ersatz für meinen abvibrierten Nebelscheinwerfer ist leider nicht aufzutreiben, auch bei MAN nicht, dann bleibt er eben, wie er ist. Zuletzt wird noch mit Lecksuchspray gecheckt, ob alle Felgen dicht sind, es bilden sich nirgends Blasen, also alles wunderbar!
Die Rechnung hält sich in Grenzen, pro Mann-Stunde verlangen sie 423N$, etwa 40€, weniger als die Hälfte dessen, was zu Hause in Rechnung gestellt wird.
Weil ich vorsichtig geworden bin, beschließe ich, das Wochenende noch in Elisenheim zu verbringen. Sollte irgend etwas nicht in Ordnung sein, bin ich schnell wieder vor Ort.
Und ich behalte Recht. Am Sonntag morgen ist der Reifen hinten links platt. 1.2 bar messe ich noch. In zwei Tagen hat er also 3.8bar verloren. Ich pumpe ihn nochmal auf und messe 24 Stunden später noch einmal: 3bar. Das muß ein erhebliches Leck sein, pro Sekunde verliere ich überschlagsmäßig 2ml Luft.
Um 7:30 stehe ich also am nächsten Morgen bei M+Z auf der Matte. Kein Problem, verspricht mir Oliver, es wird eine Bahn für mich freigemacht und ich rolle Maxl in die Halle. Ein erster Check mit dem Lecksuchspray zeigt keine Blasen. Alles dicht. Das gibts doch nicht. Wir pumpen noch einmal auf und warten eine halbe Stunde. Deutlicher Druckverlust. Aber keine Blasen. Nicht am Ventil, nicht am Felgenspalt, nicht an den Druckleitungen zur Reifendruckregelanlage. Einzig ein minimaler Luftaustritt an den Dichtringen zwischen den Hohlschrauben, das ist aber nie und nimmer genug für den massiven Druckverlust. Es muß also am Reifen liegen. Irgendwo muß er Luft verlieren. Oliver ruft beim Reifenservice an, aber die haben auch keine Möglichkeit, einen 16.00 Reifen zu testen. Vielleicht sollten wir den Reifen ins Schwimmbad bringen, um ihn dort unter Wasser zu halten? Oliver hat eine bessere Idee und schickt jemanden los, um eine große Plastikplane zu kaufen. Der Reifen wird draufgelegt, sechs Mann halten die Plane und per Feuer-Löschschlauch wird mit Wasser befüllt.
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Blöd, daß der Reifen, sobald er zur Hälfte im Wasser liegt, zu schwimmen anfängt! Also wird der schwerste der Mannschaft ausgekuckt, er muß auf dem Reifen balancieren und ihm so zu mehr Eintauchtiefe verhelfen. Das reicht zwar nicht ganz, aber wenn vier der Männer, die die Plane halten, mit der anderen Hand auch noch drücken, dann ist er ganz unter Wasser. Aber nicht eine einzige Blase steigt auf. Alles dicht. Das gibts doch nicht!
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Die abenteuerlichsten Erklärungsversuche kursieren. Ein schwarzer Mechaniker spricht von Zauberei und sieht den Reifen nur noch aus den Augenwinkeln an. Die 'wissenschaftlichere' Erklärung ist die, daß der Reifen nur unter Belastung Luft abläßt. Wir markieren den Reifen oben und untersuchen die Lauffläche an der entgegengesetzten Seite. Ein paar kleinere Verletzungen, aber nichts tragisches. Man sieht sie halt nur nicht und kann vor allem mit dem Lecksuchspray nicht testen, wenn der Truck drauf steht - nur dann müssten sie Luft lassen. Mir ist das zu abenteuerlich: 1. muß ich mir ein Loch auf den 10km zur Elisenheim Farm gefahren haben, denn vor der Umbauaktion war der Reifen ja dicht - das sind 7km Asphalt und 3km gute Schotterpiste. Möglich, aber äußerst unwahrscheinlich. 2. Ich muß zweimal hintereinander mit dem Reifen auf derselben Verletzung gestanden haben. Das ist eine Wahrscheinlichkeit von ca. 1:10 x 1:10, also ca. 1:100. Insgesamt mehr als unwahrscheinlich, da liegt mir die Zaubereitheorie näher.
Ich entscheide mich dafür, den Reifen zu lassen, wie er ist, und noch einmal eine Nacht abzuwarten, wobei ich vermeiden werden, auf der markierten Verletzung zu stehen (was nach meiner Theorie ja sowieso nur jedes 10. mal passiert). Und siehe da - wieder Zauberei - der Reifen hält die Luft.
Nunmehr seit Tagen. Auch auf der verletzten Stelle. Es war also wahrscheinlich die 'minimale' Undichtigkeit an den Kupfer-Dichtringen. Auf, auf, 16 Tage Windhoek reichen!

16.2.2010 Windhoek / Elisenheim Farm - Erongo Berge

Wir umfahren die Weighbridge an der B1/2 im Norden Windhoeks auf der Schotterpiste. Nach den Erfahrungen in Südafrika, wo die Achslast bei Einzelbereifung auf 8to beschränkt ist, mache ich keine Experimente mehr, wenn es sich vermeiden läßt...
Wir quartieren uns auf der Ameib-Farm ein. Sauber, gepflegt, (zu) teuer. Nach 2 Wochen Selbstverpflegung wollen wir ein Abendessen im Restaurant genießen. Das Essen ist prima, der Preis unverschämt - und wir werden von den Millionen von Moskitos aufgefressen, die sich in dem Open-Air-Restaurant auf uns stürzen. Wir verlassen die Szene fluchtartig vor dem Dessert.
Ursprünglich wäre ich gerne länger geblieben, um ein bißchen in den Erongo-Bergen herumzuklettern, aber Campingplatz-Preise von knapp 30€ für zwei Personen sind mir zu dreist. Die Campingplatz-Preise in Namibia erscheinen mir sowieso sehr inflationär.
Aber der nächste Tag entschädigt - wir besuchen 'Philips Cave' mit seinen Buschmann-Felsmalereien,
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den Fels-Elefanten
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und 'Bulls Party', sehenswert!
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17.2.2010 Erongo Berge - Spitzkoppe

Das gesamte Gebiet um die beiden Berge ist Conservancy und eingezäunt. D.h. man kann in der gesamten Gegend nicht 'wild' campen, sondern muß die Community-Campsites benutzen. 45 N$ p.P verlangt man hier pro Nacht. Dafür bekommt man traumhafte Stellplätze ganz für sich - sie sind im ganzen Gebiet weitläufig verteilt, 'Longdrop-Toiletten' und betonierte Sitzgelegenheiten. Aber die Jungs bemühen sich und pflegen die Plätze.
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Wir suchen uns ein Plätzchen zwischen zwei Felshügeln, Dassies turnen in den Felsen um uns herum - nicht zu fassen, wie sie senkrechte Felswände hochjagen können, um dann von oben Krach zu machen.
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Wir sehen Köcherbäume von nah und fern,
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einen Baum mit wächserner Rinde, später lerne ich, daß es ein Balsaholz-Baum ist,
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einen Tümpel hoch oben zwischen Felsen, in dem sich tausende und abertausende von Kaulquappen tümmeln (wo kommen die bloß her?),
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besuchen den 'Rock Arch'
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und kraxeln in der Mörderhitze schließlich zum 'Buschman's Paradise', einer grünen Oase hoch oben zwischen den Felsblöcken, die aber so oasig gar nicht ist, weils einfach zu lange schon nicht mehr geregnet hat.
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Kreativität in den Siedlungen um die Conservancy: Unterstände aus Getränkedosen, eine ausrangierte E-Klasse als Laube (oder Hühnerstall?) vor der Blechbaracke.
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18.2.2010 Spitzkoppe - Swakopmund

Was soll ich sagen. Schon sehr deutsch alles. Sprache, Beschriftungen, Verhalten. Im Brauhaus sind, als sie gegen 18:00 Uhr öffnen, alle Tische reserviert. Der unfreundliche Typ hinter der Bar brummt etwas davon, daß wir einen Tisch bis 19:30 haben können, dann sei alles ausreserviert. Nicht zu fassen. Es ist absolute Nebensaison, die Stadt leer. Ich vermute eher, es liegt an meinem Erscheinungsbild und an Janice's Hautfarbe. Viele der Weißen hier sind elendigliche Rassisten.
Das Bier aus dem Maßkrug schmeckt trotzdem, das Essen weniger. Insgesamt ein Reinfall, das Brauhaus.
Ich suche einen Schuster, muß meine Sandalen (in Johannesburg erstandene Clarks) zeigen Auflösungserscheinungen. Die Nähte halten nicht. Soviel zu 'Marken-'Schuhen (wobei ich über meine Doc-Maertens Sandalen nichts kommen lasse. Sie haben wirklich ewig gehalten, nur kriegt man sie nirgends mehr). Es gibt keinen. Ein Schuhladen-Besitzer erzählt mir, er habe bis vor etwas fünf Jahren als Letzter im Ort Schuhe repariert, aber es lohnt sich nicht mehr. Alle Welt kauft 5$-Schuhe und schimpft dann, wenn die Reparaturkosten (denn die Schuhe halten ja nur ein paar Tage), den Kaufpreis übersteigen. Er hat auch noch selber Schuhe gemacht, aber auch das ist vorbei, er läßt jetzt fertigen, alles andere ist nicht mehr zu verkaufen. Ich erstehe ein Paar neue Sandalen, mal sehen, wie lange seine in Fernost gefertigte Eigenkonstruktion hält...
Wir treffen etliche andere Reisende, manche kennen wir schon von anderen Orten, die Welt ist klein.
Es gibt insgesamt drei Campingplätze in Swakopmund: Mile 4, wie der Name sagt, 4 Meilen außerhalb, also erst mal nichts für uns, wir wollen die Stadt zu Fuß erkunden. Die Alte Brücke, eine Lodge samt Konferenz-Zentrum mit angeschlossenem hübschen Campingplatz mit privaten Sanitärblocks, aber teuer, sie verlangen 280N$ pro Nacht (Da ist eine Self-Catering-Lodge ums Eck mit 200N$ für einen Bungalow ein richtiges Schnäppchen dagegen). Und The Crying Seagull, hübsch in Strandnähe gelegen, allerdings etwas heruntergekommen, obwohl sie gerade erst aufgemacht haben. 130N$ wollen sie für einen Stellplatz. Sehr schön, denke ich mir und buche ein. Ah ja, und pro Person noch einmal 50N$, also 230N$. Die spinnen, habe jede Bodenhaftung verloren. Am nächten Tag ziehen wir um in die Alte Brücke. Preis/Leistung ist einfach deutlich besser, auch wenn wir den privaten Sanitärblock mit unserem Truck nicht wirklich brauchen.
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20.2.2010 Swakopmund - Moon Valley / Goanikontes

280N$ pro Nacht für einen Stellplatz und mieses Wetter - nichts für mich! Wir besorgen uns ein Permit für den Naukluft Nationalpark und fahren Richtung Moon-Valley, der 'Mondlandschaft' um den Swakop-River.
Auf dem Weg dorthin queren wir eine Pipeline, die Wassern für die Uran-Gewinnung in die Wüste transportiert.
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Wir nächtigen in der Goanikontes-Oase direkt am staubtrockenen Flußbett des Swakop-Rivers. Herrlich ruhig ist es, nach Swakopmund fühlen wir uns wie auf einem anderen Stern.
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21.2.2010 Moon Valley - Naukluft NP, Blutkuppe

Nur ein paar Kilometer weiter wird deutlich, warum das Tal Moon Valley heißt. Nun war ich noch nicht auf dem Mond, aber ich kann mir durchaus vorstellen, daß es dort unbedingt so aussieht.
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Auf der anderen Seite ersteckt sich Wüste. Endlos. So, wie ich es mag. Wir sehen niemanden. Kein Auto, nicht einmal in der Ferne sind Staubwolken auszumachen. Wir sind ganz für uns. Es ist so still, daß die Ohren sausen.
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Pipo läßt das alles völlig unbeeindruckt. Er verschläft die Tage, weil er nachts ständig auf Pirsch ist (um uns dann am Morgen Eidechsen, Schlangen oder Mäuse vor die Türe zu legen).
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Wir besuchen ein besonders altes Exemplar der 'Welwitschia Mirabilis', angeblich 1.500 Jahre alt. Sie ist eingezäunt, damit neugierige und ahnungslose Touristen den Boden um die alte Dame nicht zertrampeln und verdichten und damit die Wurzeln schädigen. Fürs Foto taugt die eingezäunte Pflanze aber trotz der extra gebauten Platform nichts, deshalb hier Fotos einer in der Nähe wachsenden, nicht ganz so alten Pflanze (ein Männlein, die Mädels haben konusförmige Fruchtstände).
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Wir machen Rast, ein Vogel freut sich über eine Schale Wasser in der staubtrockenen Umgebung, der Herr Waas labt sich an einem kalten Bier...
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Ein schwarzes Band zieht sich über die Berge. Von der Ferne sieht es aus wie eine Mauer - das namibische Original der Chinesischen Mauer (da älter!). Aus der Nähe ist es eine schwarze Gesteinsschicht, die sich da auf den Bergrücken quer durch die Landschaft windet.
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In der Ferne türmen sich Gewitterwolken auf. Vielleicht haben wir ja Glück, und es regnet in der Wüste!
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Aber nein, es verzieht sich in die Berge, wir sehen es nur aus der Ferne blitzen und hören den Donner, aber es bleibt trocken. Dafür taucht uns der Sonnenuntergang in ein warmes, warmes Licht.
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22.2.2010 Naukluft NP, Blutkuppe - Naukluft NP, Mirabib

Die 4x4 Strecke hat es in sich. Tiefer Sand in den Flußbetten, extrem steinige (und enge) Passagen über Hügel, es geht nur langsam voran, aber wir haben Zeit und genießen die Landschaft und vereinzelt Tiere. Springbok, Zebra, Strauße.
Die Vegatation ändert sich. Bäume stehen in den jetzt trockenen Flußtälern, dürres Gras erstreckt sich bis zum Horizont. Dort, an den Bergen waren wir erst vor ein paar Wochen, als wir von Sesriem nach Windhoek gefahren sind.
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Ich kann's nicht lassen. Wo ein Paß, da muß der Herr Waas hin. Und so besuchen wir den Kuiseb-Paß samt zugehörigem Canyon. Eindrucksvoll, wieder eine völlig andere Landschaft.
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Wir nächtigen an einem Granitinselberg. Spektakulärer Sonnenuntergang, Braai, Lagerfeuer, dichter Sternenhimmel und nur die Geräusche aus der Natur. Ich bilde mir ein, eine Hyäne lachen zu hören, aber sie antwortet mir nicht...
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23.2.2010 Naukluft NP, Mirabib - Walvis Bay, Long Beach

Mitten in der Wüste steht ein einzelner Esel - wir müssen in der Nähe eines Dorfes sein. Und tatsächlich, nur ein paar Kilometer weiter befindet sich nebst der Wüsten-Forschungsstation Gobabeb eine Siedlung am Kuiseb-Fluß. Verrückt, hier Geröllwüste, dort die roten Dünen der Namib-Sandwüste und dazwischen ein tiefgrünes Band den Fluß entlang. Wir folgen dem Flußverlauf Richtung Westen, Richtung Walvis Bay.
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Walvis Bay lädt uns nicht zum Bleiben ein. Nur ein einziger Campingplatz, und der ist, anders, als einen die Beschreibung glauben machen möchte, hunderte Meter von der Lagune entfernt (und abgesehen davon herrscht auf dem Platz rege Bauaktivität). So kehren wir Walvis Bay schnell den Rücken und bleiben statt dessen lieber in Long Beach mit Blick auf den Ozean.
Es ist angenehm kühl, sonnig und wir bleiben ein paar Tage. Irgendwie hat es mich erwischt, ich bin fiebrig, mein Magen alles andere als gut, aber nach zwei Tagen ist alles wieder in Ordnung.
Wir sehen zwar keine Wale, aber Delfine ziehen jeden Morgen vorbei und ab und zu spitzt eine Haifischflosse aus dem Wasser. Hier schwimmt man besser nur in den Tiden-Becken, auch wenn Einheimische glauben machen möchten, alles nicht so schlimm.
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26.2.2010 Long Beach - Swakopmund, Mile 4

Bevor wir in entlegene Gegenden aufbrechen, müssen wir noch einmal unsere Vorräte aufstocken und tanken. Aber uns lädt nichts zum Bleiben in Swakopmund ein, deshalb quartieren wir uns im Mile-4 Campingplatz nördlich der Stadt ein. Wir sind die Einzigen auf dem Platz, stehen (durch einen Elektrozaun getrennt, das ist doch nicht Südafrika?) fast direkt am Wasser. In der Nähe ist ein Tagungshotel, dort will ich noch einmal Austern essen, bevor wir für eine Zeitlang dem Ozean den Rücken kehren. Und ich werde nicht enttäuscht. Weil wir früh dran sind, ergattern wir den besten Platz im Restaurant, direkt am raumhohen Fenster sehen wir das Meer aus nächster Nähe, während ich die intensiv nach Meer (und mehr) schmeckenden Austern schlürfe. Dazu gibt es kalten, trockenen Sauvignon Blanc. Vielleicht sollten wir noch eine Nacht bleiben??

27.2.2010 Swakopmund, Mile 4 - Messum Krater

Auf der 'Salzstraße' geht es 100km nach Norden. Vorbei an 'Mile 4', 'Mile 14' und 'Mile 72'. Zeltplätze für Hardcore-Fischer, die in der Gischt (und meist im Nebel) hier ihren Urlaub mit Fischen verbringen. So wie bei uns zu Hause im Winter die Ski aufs Dach geschnallt werden (wobei man sich da oft fragt, brauchen zwei Personen vier Paar Skier), sieht man hier Angelruten am Dachgepäckträger oder - besser noch - senkrecht an der vorderen Stoßstange befestigt. Auf jeden Fall auch mehr Angeln als Autoinsassen, sie wirken fast wie Standarten.
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Wir machen Rast in Cape Cross. Nach unseren Erfahrungen in Plettenberg Bay wissen wir, wie sehr Robbenkolonien stinken können und ziehen daher einen Platz entfernt von der Kolonie vor, um unsere Brotzeit zu machen.
Ein Robbenbaby turnt über den Strand, es hat noch ein ganz zotteliges Fell.
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Die Robbenkolonie selber ist wie erwartet laut und stinkt zum Himmel. Trotz der Brise vom Meer ist es nicht auszuhalten. Schnell ein paar Fotos geschossen und nichts wie weg hier!
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Ein kleiner, alter Friedhof weckt unsere Neugier. 1919 wurde hier neben anderen ein 9 Jahre altes Kind begraben. Seltsam. Es gibt hier rundherum absolut nichts. Keine Ortschaft, keine Siedlung, nur ein Salzwerk, aber das ist keine hundert Jahre alt.
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Wir verlassen die Küste und steuern den Messum-Krater an. Laut Reiseführer eine 'äußerst selten befahrene Piste', die man keinesfalls alleine fahren soll. Aber uns ist's gerade recht so und wir genießen die Einsamkeit und Leere wie am ersten Tag.
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28.2.2010 Messum Krater - Brandberg, White Lady Lodge

Wir nehmen auf steiniger Piste die 'Direttissima' Richtung Brandberg, den wir schon von weitem sehen.
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Wieder in einer 'Conservancy', darf man nur auf Campingplätzen übernachten. Wir ziehen in die 'White Lady Lodge', einem Community-Camp. Dort lassen wir uns bekochen und dem frechen Papagei, der mir nicht von der Schulter weicht und mir ständig an den Haaren zieht, lerne ich bayrisch: "Zwi-Da-Wuazn". Mal sehen, ob er's behält...
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1.3.2010 Brandberg - Doro Navas Gronteberg Community Camp

Am (nicht mehr so) frühen (und deshalb heißen) Morgen machen wir uns auf, um die 'White Lady', die berühmtesten der Felsmalereien am Brandberg zu besichtigen. 2,5km Fußmarsch hin und wieder zurück warten auf uns. Das schlaucht in der Hitze enorm.
Seit Touristen zur 'Kontrastverbesserung' Cola über die Felsmalereien geschüttet haben, darf man sie richtigerweise nur noch mir Führer besichtigen. Wenn der Guide dann auch noch so viel weiß wie unserer, macht das richtig Spaß. Er hat sich all sein Wissen aus Büchern zusammengelesen und die eine oder andere Schulung besucht. Er kennt sogar die lateinische Bezeichnung der Pflanzen, weiß, wozu sie gut sind und erklärt uns freudig, was auch immer wir wissen wollen. Geologie, Entstehungsgeschichte, Tierwelt, Pflanzen, Bräuche, er scheint mit seinen 20 Jahren alles zu wissen.
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Das hier z.B. ist die Rhizinus-Pflanze aus der - richtig - unser Rhizinusöl mit der bekannten Wirkung gewonnen wird. Die Samen sind extrem giftig, lernen wir.
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Wir sind völlig fertig, bis wir die Felszeichnungen erreichen. Aber hier oben ist es schön kühl, wir setzen uns, packen unseren Proviant aus und hören zu.
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Um in Trance zu gelangen, haben die Medizinmänner diese Pflanze geraucht. Sie wächst hier überall.
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Von den 30N$ Eintrittsgeldern pro Person gehen 50% an den Staat. Der Rest ist für die Führer, es sind insgesamt 5. Seit mehr als einer Woche sind wir laut Besucher-Buch die Einzigen. Da bleibt nicht viel für die Jungs. Ein Wunder, daß sie so motiviert sind.

Auf der Suche nach Elefanten wühlen wir uns durch tiefen und tiefsten Sand das Flußbett hoch, bis wir nach ca. 20km aufgeben. Keine Spuren, kein Dung, kein Hinweis auf Elefanten, sie können nach den Regenfällen der letzten Tage praktisch überall sein.
Auf unserem Weg Richtung Norden lädt uns ein Community-Camp zum Bleiben ein. Ein Glücksgriff. Mit 40N$ p.P bisher das preisgünstigste Camp und TipTop gemacht. Nur 5 Plätze, jeder mit eigener Dusche (Freiluftdusche mit Aussicht) und WC (auch im Freien, mit Wasserspülung), picobello sauber, die Jungs freundlich und hilfsbereit und wir bekommen für 20N$ einen Schubkarren voll trockenen (!) Holzes. Ein Traumplätzchen.
In Tracks4Africa Rooiberg Rest Camp genannt, heißt es jetzt Doro Navas Gronteberg Community Camp.
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2.3.2010 Gronteberg - Khorixas

Die Dichte der angeblichen Sehenswürdigkeiten ist hoch um Twyfelfontein. Hier der 'Burnt Mountain':
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Fazit: kann man sich schenken. Einen Haufen schwarzen Schotters als Sehenswürdigkeit zu verkaufen, zeugt von Marketing-Talent.
Die 'Organ-Pipes' sind glücklicherweise gleich nebenan, sie sind ganz hübsch, aber alleine auch sicher keine Reise wert.
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Die Felszeichnungen und -gravuren sind interessant, aber meine Führerin zeigt sich von der Hitze arg strapaziert und ist wortkarg. Darunter leidet dann auch meine Begeisterung. Janice war es ohnehin zu heiß, sie ist gleich gar nicht mitgewandert. Es ist aber auch wirklich heiß und schwül, ich bekomme einen hochroten Kopf und das Wasser läuft mir in Strömen den Rücken hinunter.
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Das Wondergat-Loch, ein unscheinbares Loch im Boden, das 'unendlich tief' sein soll - tja, es reißt mich nicht zu Begeisterungsstürmen hin. Man kann nicht nahe genug ran, wenn man nicht hineinfallen möchte, sieht also nur den Rand und die Steinchen, die man hineinschmeißt, um sie hoffentlich nur nach vielen, vielen Sekunden aufprallen oder in Wasser platschen zu hören, landen nach wenigen Zehntelsekunden irgendwo auf Felsen und geben damit auch keine Auskunft über eine evtl. Tiefe. Also drumrumlaufen und glauben, daß es tief ist...
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Wir hatten eigentlich geplant, in der gelobten Xaragu-Lodge zu nächtigen, aber die unverschämten Preise lassen uns wieder abziehen. 100N$ p.P. für einen nackten Stellplatz ohne Strom, 160N$ für ein Abendessen, 20N$ für ein Bier steht außerhalb jeder vernünftigen Preis-Leistungs-Relation.
Da wir ohnehin den 'Petrified Forest' noch besuchen wollen, machen wir uns gleich heute noch auf Richtung Khorixas.
Nach ein paar Kilometern fängt es an, wie aus Kübeln zu schütten. Innerhalb von Minuten schwellen die Flußbetten, die wir queren müssen, zu reißenden Strömen an. Die Piste weicht auf, aber es macht einen Heidenspaß durch die Fluten zu fahren. Mal langsam, langsam, wenn sie gar zu tief sind, mal mit Karacho, wo das Wasser nur flach steht, meterhohe Fontänen spritzend.
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In Khorixas bleiben wir in der Igowati Lodge. Da schau her, so geht es also auch: 50N$ p.P, Strom, Pool, gar einen Whirlpool, nette Bar, super Essen. Die Campsite in der NWR (Namibia Wildlife Resorts) Lodge am anderen Ende der Stadt ist gräßlich und kostet mehr als doppelt soviel. Soviel zu NWR. Wenn man dann noch in der Zeitung liest, daß sich der NWR Boß 1.5Mio N$ als Jahresgehalt genehmigt und sich zusätzlich jede Sitzung zahlen läßt, kommt einem endgültig die Galle hoch.
Der schwarze Manager, Eben, kommt auf einen Schwatz vorbei. Janice fragt ihn, ob wir in der Bar DSTV News schauen könnten. Nein, leider nicht, der Besitzer der Lodge, ein Südafrikaner, hat den Decoder mitgenommen, als er an die Küste (zum Fischen?) gefahren ist, damit die Belegschaft (und damit die Gäste) nicht fernsehen kann. Dabei hat Eben seine Mannschaft wirklich im Griff. Den ganzen Tag lang bereiten sie für den Abend ein Buffett zu, Spitzenklasse, was serviert wird. Eben ist nicht sehr glücklich mit seinem Leben, was ich nachvollziehen kann. So hat er ein Gehalt von 3.000N$ - da kann man sich ausrechnen, was Kellner oder Putzkräfte bezahlt bekommen. Er spart auf ein eigenes B&B, aber von seinem Gehalt bleibt ihm nicht viel. Er jammert nicht, aber er ist müde.

4.3.2010 Khorixas - Palmwag

Der 'Petrified Forest' ist es wert, besucht zu werden. Tausende von versteinerten Bäumen liegen auf dem Areal. Erst wenn man sie anfaßt, fühlt man, das ist kein Holz - das ist Stein. Wieder wird man von einem fachkundigen Guide herumgeführt, der uns jedes Detail erklärt.
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So weist er uns auf das unscheinbare Gewächs hin, an dem sich ein milchiger Tropfen gebildet hat. Der Saft der Pflanze ist so gifitg, daß ihn die Buschmänner benutzt haben, um ihre Pfeilspitzen damit zu vergiften, wenn sie auf Jagd waren.
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Nicht so ganz schlau werden wir aus seinen Ausführungen, wie aus den roten Blüten des folgenden Strauches Tee gemacht wird. Die Samen werden zermahlen und geröstet. Das macht man doch eigentlich nur mit Kaffee? Und dann umgekehrt - erst rösten, dann mahlen.
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Und hier haben wir die verschiedenen Welwitschia Mirabilis: Männchen, Weibchen und ganz, ganz, jung. Wobei er uns erzählt, daß die Samen bis zu 25 Jahren in der Erde liegen, bevor sie sprießen.
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Wir verbringen die Nacht in Palmwag, ca. 100km weiter. Die Straßen werden zusehends schlechter, der Regen hat Auswaschungen hinterlassen, an denen die Straße beim nächsten größeren Regen dann komplett weggespült sein dürfte.
Wir sehen frischen Elefantendung und geknickte Bäume, untrügliche Zeichen eines Elefantenbesuches, aber wir sehen sie nirgends.
Der Campingplatz ist einer der Edel-Lodges der Wilderness-Safari-Kette angeschlossen und man bemüht sich sehr, die Camping- und Lodge-Gäste voneinander fern zu halten (separate Rezeptionen, separate Bars, Pools etc.) aber er liegt wunderhübsch an einem Flußufer und wir fühlen uns sofort wohl.

5.3.2010 Palmwag - Warmquelle

In höchsten Tönen preist einer unserer Reiseführer (Getaway Guide Namibia, Mike Copeland) die Campsite in Warmquelle: "Ongongo Campsite. I would rate this secluded und picturesque site under a sky filled with rosy-faced lovebirds as one of the best in Namibia". Hübsch gelegen ist sie allemal. Die Zufahrt im Moment eher beschwerlich, weil die Piste unter Wasser steht und die Abfahrt in den kleinen Canyon für unseren Truck etwas eng ist, aber alles geht, wenn man will. Der kleine Frischwasser-gespeiste Pool kühlt in der Hitze und ist wunderhübsch. Aber der Rest ist einfach Frechheit. Da least eine Südafrikanerin (so erzählt uns die Frau, die das Camp als Einzige unterhält) von der Community für ein paar hundert N$ pro Monat den Platz, zahlt ein der Frau ein paar weitere hundert N$ und verlangt dann frech 80N$ p.P. Strom gibt es im Prinzip schon, aber im Moment haben sie keinen Diesel. Warmes Wasser gibt es im Prinzip schon, aber es ist keiner da, der die Boiler anfeuert. Duschköpfe gibt es nicht, das Wasser kommt ganz rustikal aus dem Schlauch. Feuerholz wird nahezu grammweise verkauft, 10N$ für ein paar Stöckchen Holz, die dazu pitschnaß sind. Die Bar war mal Bar. Ohne Strom gibt es keine kalten Getränke und deshalb verwahrlost sie. Offensichtlich haben sie schon seit Monaten keinen Diesel. Oder eben keine Lust. So kassiert uns die Dame zwar ab, legt sich dann aber für den Rest des Tages lieber auf ihre Matratze und pennt. Rip Off auf ganzer Linie. Dazu - das erste Mal in Namibia - bettelnde Kinder. Give Sweets!
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Da hilft es der Stimmung dann auch nicht, daß ich mir beinahe noch das Ventil abfahre. Bei der Flußquerung rutscht mir trotz aller Vorsicht die Hinterachse mit dem linken Hinterrad gegen einen Stein und verdellt mir - gottseidank nur - die Felgenabdeckung. Wenn es das Ventil ein paar Zentimeter deneben getroffen hätte - na gute Nacht! Glück gehabt!
Ein kaltes Bier, gutes Essen, Lagerfeuer und die Stille der Nacht helfen aber dann doch über all die Widrigkeiten hinweg. Nur wiederkommen werden wir hierher sicher nicht. Ich kann nur hoffen, daß es weiter nördlich im Kaokoveld nicht ähnlich schlimm ist.
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6.3.2010 Warmquelle - Purros

Die Straße wird zur Piste. Wellblachpassagen übelster Art wechseln sich mit Auswaschungen wechseln sich mit steinigen Passagen. Stellenweise kommen wir nur im Schneckentempo voran. Tracks4Africa hat uns schon gewarnt - Track, Slow. 4 Stunden brauchen wir für die 110km nach Purros. Das geht eigentlich für die Straßenverhältnisse noch.
In Purros erwartet uns dann eine Community-Campsite, wie sie sein soll. Großzügig, mit 60N$ p.P. preislich im Mittelfeld, Schatten, Bäume, sauber - und - Elefantenspuren überall. Ein Buschcamp, wie ich es mir vorstelle. Wir bleiben ein paar Tage und rasten.
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Nur den Besuch im 'traditional village' versagen wir uns. Man verlangt Eintritt ins Dorf. Dann wird erwartet, daß man im Curio-Shop einkauft und schließich noch für jedes Foto einen Obulus entrichtet. Ohne mich.
Ein 'yellow Hornbill', auch 'flying banana' genannt, entdeckt sein Spiegelbild in der Windschutzscheibe und bekämpft es. Wie wild hackt er auf sein Gegenüber ein, läßt nur ab, um wutentbrannt am Scheibenwischergummi zu zerren, hackt dann wieder auf sein Spiegelbild ein. Er ist und bleibt hartnäckig, ist nicht zu vertreiben. Selbst das Aufstellen der Wischer nutzt nichts. Dann sitzt er eben auf den Armen und fleddert wieder am Gummi wie besessen. Schlußendlich ist gottseidank nur einer der Gummis hinüber.
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7.3.2010 Purros

Alles mögliche Getier tummelt sich im Camp. Die Elefanten gestern haben wir verpaßt. Sie sind so leise durch das Camp geschlichen, daß wir sie, obwohl wir draußen beim Braai saßen, nicht gehört haben. Nur ihre Spuren haben sie am nächsten Tag verraten.
Spät am Abend, es ist zu heiß zum Schlafen, sitze ich im Halbdunkel vor dem Truck, da huscht ein Skorpion mit hochgerecktem Schwanz über den Boden. Wahnsinn, die sind schnell, die Dinger!
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Ein Papageienpärchen teilt sich die Campsite mit uns. Inzwischen spreche ich ja mit fast allen Tieren, aber sie sind nicht an Bayrisch-Lektionen interessiert, haben wohl anderweitig zu tun.
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Es ist heiß und schwül. Jeden Abend braut sich ein Gewitter zusammen, es tröpfelt, regnet auch mal, aber Abkühlung verschafft das nicht. Es macht die Schwüle eher noch schlimmer.
Dann wird der Grill unter den Tisch geschoben und dort im Trockenen fertiggegart.
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Nachts höre ich das Wasser kommen. Die Campsite ist außerhalb des weiten Flußbettes, deshalb besteht wohl keine Gefahr, trotzdem leuchte ich mit der Taschenlampe die Umgebung ab, aber sie bleibt trocken. Nur der Fluß schwillt innerhalb von Minuten kräftig an. Im Norden muß es heftig geregnet haben. Eine Querung ist für die nächsten paar Tage ausgeschlossen. Das Wasser ist zwar nicht sehr tief, fließt aber schnell und der Untergrund ist schlammig.
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Ein schlimme Nachricht: Pipo ist verschwunden. Seit Tagen taucht er nicht mehr auf. Wir warten und suchen und rufen und locken, selbst die Mannschaft auf dem Campingplatz läßt keinen Stein auf dem anderen, vergebens. Schlimm.

10.3.2010 Purros - Orupembe

Wir verlassen Purros schweren Herzens, aber es ist sinnlos, länger zu warten.
Auf der Rüttelpiste Richtung Orupembe treffen wir auf halber Strecke Wayne, den südafrikanischen Hardcore-Offroader aus dem Camp in Palmwag samt seiner Freundin wieder. Kurz darauf hält ein zweiter Landrover, Craig & Craig, mit denen sie seit den Epupa-Fällen gemeinsam auf Offroad-Selbsterfahrung sind. Wir packen unsere Stühle aus, öffnen unser erstes Bier (es ist kurz vor Mittag) und schnell wird aus einem Bier zwei und wir quatschen und quatschen und quatschen. Die weite Ebene, es ist wegen des von der Küste über die Berge ziehenden Nebels angenehm kühl, lädt uns zum Bleiben ein. Die Jungs haben Gemsbock-Filet vom Feinsten, wir steuern Fleisch aus unserer Tiefkühltruhe bei, machen Salat und stellen den Kühlschrank kälter. Er muß jede Menge Bier kühlen.
Busch-Camping wie aus dem Bilderbuch.
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11.3.2010 Orupembe - Otjitanda

Bis Orupembe ist es nur noch eine knappe Stunde, auf dem harten Wellblech kommen wir gut voran, es läßt sich problemlos mit etwa 60km/h befahren, dann rüttelt es am wenigsten, man muß nur aufpassen, daß man rechtzeitig vor Senken oder Kuppen langsam wird. Dann vergeht wieder eine Ewigkeit, bis der Truck auf über 50 beschleunigt, bis dahin denkt man, das kann das Auto unmöglich aushalten.
In Orupembe gibt es eine Polizeistation, deren Besetzung wahrscheinlich 3/4 der hiesigen Bevölkerung stellt und einen Laden. 'Orupembe Shop Nr. 1'. Dort bekommt man Konserven und kalte Getränke (auf der Gaskühltruhe). Wir fragen nach dem Weg nach Otjitanda. Der äußerst skeptische Blick auf den Truck läßt mich schon ahnen, was uns erwartet. Aiih, dort entlang, schüttelt der alte Mann den Kopf, es ist weit, über 100km, er schüttelt weiter den Kopf, die sind verrückt, scheint er uns zu sagen.
Die Straße wird deutlich enger, steinig, auf der Worldmapping Project Karte ist es eine graue durchgezogene Linie - Piste, 4x4 empfohlen. Dann gibt es noch gestrichelte Linie - 4x4 erforderlich. Die Alternative ist Van Zyls Paß von West nach Ost - das sollen Leute schon geschafft haben...
Wir lassen uns nicht entmutigen, wir haben Zeit und tuckern gemütlich mit etwas mehr als Schrittgeschwindigkeit den steinigen Pfad entlang. Das Einzige, das mich etwas nervös macht, sind die pechschwarzen Regenwolken über den Bergen im Norden. Wir müssen etliche Flußläufe queren, wenn das alles abregnet, hängen wir für ein paar Tage fest.
Wir sind mitten im Himba-Land. Immer wieder umfahren wir Dörfer, die Kinder kommen gerannt, betteln. 'Sweet! Sweet!'. Die Älteren fordern uns auf, anzuhalten, sie wollen Geld, etwas zu Essen. Ich lasse die Kamera, wo sie ist. Heimlich mit dem Super-Tele aus der Ferne Fotografieren mache ich nicht. Zahlen für gestellte Fotos (10N$ pro Foto) und damit den Zirkus weiter ankurbeln mag ich auch nicht. Also beschränken wir uns aufs freundliche Zuwinken und Grüßen und ignorieren die Bettlerei.
Zwischendurch schimpfe ich wie ein Rohrspatz - die Piste ist schlichtweg unfahrbar. Nach den Regenfällen heute und in den vergangenen Tagen ist der Sand superweich, die Piste nicht mehr erkennbar, ausgespült, weggespült. 4x4 empfohlen? Daß ich nicht lache. Hier braucht man eigentlich ein Kettenfahrzeug, um durchzukommen.
Kurz vor Otjitanda läuft uns beinahe ein sturzbetrunkenes Himba-Mädel in den Truck. Sie torkelt praktisch waagrecht über die Straße. Die Piste durchs Dorf säumen etliche achtlos weggeworfene Bierflaschen, nicht gut.
Inmitten all der bettelnden Leute mag ich nicht wild campen, es gibt ein Community-Camp, das wir kurz vor dem Dunkelwerden erreichen. Es liegt etwa einen Kilometer außerhalb der Ortschaft. Als wir ankommen, flüchtet ein Rudel Füchse, die Campsite ist zugewachsen, hier war seit Ewigkeiten keiner mehr. Später am Abend, als ich mir am Rechner die Route für morgen genauer vornehme, sehe ich einen Kommentar in Tracks4Africa. Campsite closed. Not safe to stay. Ich glaube, mich an eine Warnung des Auswärtigen Amtes für die Provinz zu erinnern, ich schweige still, erzähle Janice lieber nichts davon. Und verbringe die Nacht mit spitzen Ohren.
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12.3.2010 Otjitanda - Epupa Falls

Wenn die Strecke gestern unfahrbar war, dann weiß ich für heute keinen Ausdruck mehr. Für die ersten 5 Kilometer brauchen wir 2(!) Stunden. Ich räume Felsbrocken auf die Seite, die, die zu schwer sind, muß ich überfahren. 'Not recommended' meint Tracks4Africa zur Strecke und ich muß ihnen durchaus Recht geben. Wenn das so weitergeht, brauchen wir für die nächsten 100km drei Tage.
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Aber nach ein paar Stunden wird es etwas besser, wir haben die schlimmsten Pässe hinter uns. Dafür stehen jetzt die Bäume so dicht, daß bisweilen ein Durchkommen unmöglich scheint. Bei einer dieser Stellen, ich drücke mal wieder einen armdicken Ast mit dem Astabweiser zur Seite, bricht dieser. Der Baum schnellt zurück und kracht mit dem Ast-Stumpf in eines meiner Fenster. Es ist hinüber. Die Isolierverglasung aus zwei Sicherheitsgläsern hat eine 5cm tiefe Beule und nur der Film im Sicherheitsglas verhindert, daß es komplett zerbröselt. Super.
Alle 50m muß ich meine Rückspiegel neu einstellen, daß ich meine Reifen sehen kann - die Büsche hier sind aus dermasßen festem Holz, daß sie die Spiegelarme einfach wegdrücken. Ich zerschramme mir die Arme am offenen Fenster, der Busch wehrt sich vehement gegen unser Durchdringen.
Schließlich wird der Sand so weich, daß wir fast versacken. Der Weg wird enger und enger, scheint im Nichts zu verlaufen. Ich steige aus und erkunde die Umgebung. Wie aus dem Nichts steht plötzlich eine barbusige Himba-Frau vor mir. Und bettelt. Mann, hab ich's satt!
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Aber langsam wird es besser und fahrbarer. Ein Auto kommt uns entgegen. Das erste, das wir, seit wir die Jungs vor ein paar Tagen verlassen haben, sehen. Ein italienisches Pärchen mit einheimischem Guide in einem Spielzeug-4x4. Wir halten an und beratschlagen uns mit dem Guide. Er hat - wie wir - für den Rest der Strecke nichts Gutes zu berichten. Sie haben zwei Stunden im Schlamm in der nächsten Flußquerung gesteckt, wären beinahe komplett versackt. Ich bezweifle, daß sie die Strecke mit ihrem Spielzeug schaffen, aber der Guide muß es ja eigentlich wissen...
Die Flußquerung 2km vor der nächsten Stadt hat es dann tatsächlich in sich. Schlamm, soweit das Auge reicht. Wasser, nicht tief, aber schnell. Ich sehe ganz klar die Stelle, an der sie versackt sind, aber es führt kaum ein Weg drumherum - überall liegen massive Äste und Baumstämme herum, über die kann man schlecht drüber weg fahren. Im Norden drohen weiter Gewitterwolken mit mehr Wasser. Steckenbleiben ist keine Option. Aber was solls. Wenn die es mit ihrem Spielzeug geschafft haben, dürfte es für Maxl trotz unseres Gewichtes kein Problem sein. Also Untersetzungsgetriebe rein, Längssperre, Quersperren, vierter Gang, Drehzahl und ab ins Vergnügen. Maxl bockt und schaukelt, schmeißt zentnerweise Schlamm, nur kurz sackt die Drehzahl ab, als es zäh und tief wird, mal zieht ein Vorderrad, mal schiebt ein Hinterrad, aber wir bleiben in Bewegung und sind schließlich durch.
Zu den Epupa Fällen sind es noch 75km. Wir fühlen uns auf der harten Piste wie auf Wolken. Nur die Flußquerungen sind zäh. So fliegen wir Epupa entgegen und landen in einem kleinen Paradies. Noch näher kann man nicht an den Wasserfällen stehen.
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Unweit unseres Stellplatzes sind Pools, in die sich die braune Brühe ergießt und in denen man sich, so einem der Dreck im Wasser nichts ausmacht, abkühlen kann. Es ist nämlich durchaus heiß. Und feucht.
Den Buben macht der Dreck nichts aus, sie toben und tollen und spielen und tanzen. Und lassen sich gerne fotografieren. Sie amüsieren sich köstlich über die Bilder.
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Ein Monitor-Lizard schleicht um meine Füße. Er ist einen guten Meter lang und noch lange nicht ausgewachsen. Er züngelt und hat die Ruhe weg. Meine Gegenwart stört ihn nicht im geringsten.
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Im Curio Shop um die Ecke lassen wir uns traditionelle Kleidung und Schmuck der Himbas erklären (und anpassen). Die Himba-Frau zickt zwar, als ich ein paar Fotos schieße, aber sie will ein Geschäft machen und kann mich daher nicht allzu sehr anfahren. Mit einem der Himba-Jungs am Shop kommen wir ins Gespräch, fragen ihn nach Schule, Ausbildung, Arbeit, seinen Interessen. Und sind platt. Fußball interessiert ihn nicht, er boxt - und will Golf spielen.
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Am Abend treffen wir uns mit einer jungen Frau. Sie ist Himba, stammt aus einem Dorf 60km von hier und arbeitet als Fremdenführerin. Von ihr erfahren wir viel über das Leben im Dorf, übers Heiraten, Kinder kriegen, dämliche Touristen, ihr Leben. Es wird ein sehr spannender, interessanter Abend.
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In der Bar im Nachbarcamp hängt eine Namibia-Karte besonderer Art. Sie zeigt die Aufteilung Namibias in Farmen. Etwa 2/3 Namibias sind in etwa 4x4km2 große Flecken aufgeteilt...
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Die Abendstimmung ist herrlich. Hier kann man es gut aushalten.
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14.3.2010 Epupa Falls - Opuwo

Wir wollen noch in den Etosha-Nationalpark. Und zwar bevor die Heerscharen aus Südafrika einfallen. Deren Ferien beginnen nämlich nächste Woche und dann sind die Campingplätze dicht (und laut). So schwer es uns also fällt, dieses kleine Paradies zu verlassen, es hilft nichts.
Auf der Strecke kommen wir an Gräbern vorbei - eine skurrile Mischung aus glattpoliertem Granit mit Inschrift und traditionellem Grab.
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Meine Visa-Karte ist gesperrt. Aus der Abrechnung, die mir Bernie zumailt, ist ersichtlich, daß erhebliche Beträge abgebucht wurden. In Grootfontein und in Rundu. Nicht daß VISA es nötig hätte, mich von Mißbrauch und Sperre zu informieren (zugegeben, ich bin etwas schwer erreichbar). Ich habe meine Karte nie aus der Hand gegeben. Die einzigen Zahlungen, die ich in Namibia damit geleistet habe, waren im Arebusch Camp und im Supermarkt in Windhoek. Nach einiger Recherche (wir rufen die Lodge in Rundu an, in der 1.500N$ abgebucht wurden) stellt sich heraus, daß ein angolanischer Staatsbürger unter vermutlich falschem Namen und falscher Telefonnummer dort mit einer nachgemachten Karte bezahlt hat (warum sie dort die Zahlung mit einer 'fremden' Kreditkarte, die ja meinen Namen trägt, akzeptieren, und nicht stutzig werden, ist mir nicht klar). Er hat sogar meine Heimadresse angeben können, die ja nicht auf der Karte steht und die man bei Zahlung nie angeben muß. Alles deutet also auf eine Undichtigkeit im Arebusch Camp hin - nur dort hat man meine Adresse.

15.3.2010 Opuwo - Etosha NP, Okaukuejo Camp

Die Zivilisation hat uns wieder. Wir befinden uns auf einer Teerstraße. Zumindest die ersten 300km. Dann warten noch 100km halbwegs gute Piste auf uns (auch hier hat es geregnet und bisweilen sind die Auswaschungen ziemlich böse), dann sind wir im Etosha NP.
Hier im Okaukuejo Camp ist Zebraland. Zebras, soweit das Auge reicht. Aber wir sehen auch Spitzmaulnashörner am Wasserloch, hören die ganze Nacht durch ganz in der Nähe (wir stehen nur ein paar Meter vom Zaun entfernt) Löwen brüllen und die Schakale belagern uns am Grill.
Es ist nicht zu fassen, welchen Lärm die Zebras veranstalten. Am Wasserloch sind sie nervös, beißen, schlagen aus, galoppieren wild durcheinander und quieken die ganze Zeit. Wir gekapptes Wiehern klingt es. Oder eine Mischung aus Wiehern und Esels-Ih-Ah.
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Wir entdecken ein totes Zebra am Wasserloch und melden es der Parkverwaltung. Sie ziehen den Kadaver kurzerhand mit ihrem Toyota aus der Umgebung am Wasserloch. Wir wissen noch nicht, was passiert ist, hoffentlich kein Fall von Anthrax, das im Etosha NP am Ende der Regenzeit nicht nur bei Zebras regelmäßig auftritt.
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Wir bleiben vier Tage (nutzen die NWR-Aktion 4 Tage bleiben, 3 Tage bezahlen, trotzdem sind die Camps mit 400N$ zzgl. 60N$ Eintrittsgebühr p.P. völlig überteuert), treffen - typisch Afrika - Wayne und Tracy, die wir in Palmwag kennengelernt und zwischen Purros und Orupembe noch einmal getroffen haben, wieder. Wir verbringen einen vergnüglichen Abend bei Lamm-Potjie, den Wayne zaubert, etlichen Bierchen und vielen Geschichten.
Die wenigsten Gäste bleiben volle vier Tage, man kennt uns bald im ganzen Camp und verwöhnt uns. So bin ich kein Fan von Buffets - wir bekommen unser Dinner (Lamm vom Feinsten) vom Chef persönlich zubereitet und gebracht. Ein anderer Koch kommt, um uns beim Zubereiten von Brotteig im Truck zu helfen. Unsere Versuche mit der hiesigen Trockenhefe sind alles andere als zufriedenstellend. Aber auch sein Brotteig will nicht richtig gehen, obwohl er löffelweise Zucker zur Hefe gibt, was ich gar nicht so mag, süßes Brot ist mir ein Graus. Dann rückt er damit heraus - im Camp verwenden sie eine Fertig-Mischung zum Brotbacken. Aha. Damit klappt es dann auch und wir frieren ein paar Kilo Teig ein, das reicht für viele Tage frisches Brot am Morgen.

19.3.2010 Etosha NP, Okaukuejo Camp - Halali Camp

Wir machen einen Game-Drive. Fahren zum Geister-Wald
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(auch wir haben uns spektakuläreres erwartet), machen Rast am Rand der Pfanne, tuckern kilometerweit schlechte Pisten entlang, aber die Ausbeute ist gering. Dabei hat Janice wirklich ein gutes Auge für Tiere. Zebras, Impalas, Giraffen,
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Gnus, Strauße, Schakale, alten Elefanten-Dung, ein paar Nashorn-Spuren, mehr als nichts, aber nicht wirklich befriedigend.
Wir quartieren uns im Halali-Camp ein, wieder möglichst weit weg von allem Trubel, so nah wie möglich am Zaun (dessen Konstruktion mir schon zu denken gibt - es ist ein simpler Zaun aus ein paar Drähten und Holzstöckchen, der hält nichts und niemanden ab, ins Camp zu kommen). Das Camp ist nicht wirklich hübsch, im Vergleich zu Okaukuejo gar schäbig, das Restaurant probieren wir gleich gar nicht, das Wasserloch ist klein und zieht nur wenige Tiere an und der Bewuchs ums Camp ist so dicht, daß man gar nichts sieht. Wir bleiben trotzdem. Entspannen, lesen, schlafen und lassen es uns gut gehen.
Nachts höre ich Hyänen lachen. Sie sind ganz in der Nähe. Ich liege wach und lausche. So mag ichs.

23.3.2010 Etosha NP - Grootfontein

8 Tage Etosha reichen. Wir verzichten auf eine Verlängerung im Namutoni Camp, obwohl es hübsch in einem alten deutschen Fort liegt. Es ist schlichtweg die falsche Jahreszeit, um Tiere zu sehen. Wir rauschen auf bestem Asphalt durch bis Grootfontein. Dort wollen wir noch einmal einkaufen, bevor wir uns ins Buschmannland und den abgelegenen Kaudom-NP aufmachen.
Die Übernachtungsmöglichkeiten in Grootfontein sind - gelinde gesagt - furchtbar. Ich erinnere mich, einen Hinweis auf das 'Bush-Baby-Camp' ein paar Kilometer weiter nördlich gesehen zu haben, vielleicht taugt ja das etwas.
Und es erweist sich als Volltreffer.
Wir tasten uns 4km durch Busch, sehen Eland, Gnus, Zebras, Impalas, Dikdiks, Blessböcke, Springböcke, passieren eine aktive Farm mit Hühnern, Gänsen, Schafen und Pferden, ignorieren den Abzweig zum Campingplatz, weil wir die Rezeption an der Lodge erwarten und landen schließlich in der Lodge selbst, wunderbar auf einem Hügel gelegen.
Die Zufahrt ist eng, der Parkplatz vor der Lodge gerade groß genug für den Truck. Das Personal kommt angerannt, Autos werden umgeparkt, wir werden empfangen wie Ehrengäste. Camping - kein Problem, gerne, sie schicken jemanden, der uns den Platz zeigt. Ich frage nach, ob wir im Restaurant zu Abend essen können - klar, es holt uns auch jemand vom Campingplatz, der ca. 2km entfernt ist, ab, mit dem Truck ist es uns ja nicht zuzumuten. Ich trinke ein Bier an der Bar, die weite Ebene unter mir, ein Wasserloch, nah genug, um Tiere zu beobachten, weit genug, um sie auch im Gespräch nicht zu stören, vor mir, die Stimmung unter den Angestellten entspannt, ich fühle mich wie im Himmel.
Wir lassen uns den Campingplatz zeigen - wir sind die einzigen Gäste, können uns den Platz aussuchen, der Campingplatz hat sein eigenes Schwimmbad, seine eigene Bar, Strom, picobello Sanitäreinrichtungen, bietet kostenloses (trockenes) Feuerholz, kostet 60N$ p.P. Ich kann es nicht fassen. So geht es also auch.
Tatsächlich werden wir zum Abendessen abgeholt, das 3-Gänge Menü ist ganz hervorragend. Zwischendurch kommt der Koch mit einem Fernglas angerannt, zeigt auf zwei Nashörner am Wasserloch.
Wir bleiben deutlich länger, als geplant. Kaufen Wildfleisch aus eigener Schlachtung, soviel in unsere Kühltruhe paßt.
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Kontakt: Bush Baby Lodge & Camping, http://www.bushbabycamping.com, email: bushbabysafaris@iway.na, Tel. +264 67 243391/2

26.3.2010 Grootfontein - Rundu

Es regnet in Strömen, als wir uns am Morgen aufmachen. Wir besuchen den Meteoriten. Auf den 30m vom Truck zum Meteoriten werde ich naß bis auf die Haut.
Keine Ahnung, warum, aber ich habe wider besseren Wissens immer Stein als Meteoritenmasse erwartet. Und dann liegt da ein 50to Eisenklotz. Seltsam anzufassen. Und warum rostet der nicht?
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Wir verzichten auf 200km Umweg und 200km tiefen Sand, um den Kaudom NP zu besuchen. Ein Ranger in der Bush Baby Lodge hat uns abgeraten. Zur Zeit sei kein Wild im Kaudom NP zu finden. Und nach dem vielen Regen sei die Querung der Swamps im Norden ein ungewißes Unterfangen. Auch hierfür die falsche Jahreszeit.

27.3.2010 Rundu - Divundu

Wir besuchen das Popa-Falls Camp, aber es ist überflutet, die Popa Fälle (eher Stromschnellen als Wasserfälle) sind zu Fuß nicht erreichbar. Und Janice mag das NWR Camp nicht. Ich versteh sie. Schlecht gemanagt, hoffnungslos überteuert und heruntergekommen. Eine Kombination, die wir in NWR Camps immer wieder antreffen.
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Also ziehen wir weiter und folgen ein paar Kilometer später einem Schild zum Ngepi Camp. Auf der 4km langen Zufahrt beruhigt uns ein Schild: 'Heavy trucks use main track. It's flooded, but you will NOT get stuck. The Water WILL NOT hurt your tires'. Und, soweit ich das durchs 0.5m tiefe Wasser sehen kann, ist der 'Main Track' auch gut befestigt. Sandsäcke verlangsamen die Strömung, lose Pflastersteine sorgen für Halt.
Eine verunsicherte Rezeptionsdame am Empfang bringt mich dann schier aus der Fassung. Auf jede Frage antwortet sie ausweichend oder mit 'yes'. Ich sehe mir die verschiedenen Campsites an, die nahe gelegenen, die ohne tiefe Wasserdurchfahrten zu erreichen sind, sind für unseren Truck zu eng, da müssten jede Menge Äste dran glauben. Um zu den nächsten Plätzen zu gelangen, muß ich durchs Wasser und die Wege sehen unbefestigt und verschlammt aus. 'Can I go through with the truck?' - 'Yes'. 'Will I get stuck?' - 'Yes'. Sehr hilfreich.
Also ziehe ich meine Schuhe aus, kremple die Shorts hoch und wate durchs Wasser, das mir bald bis zur Hüfte reicht (gut, daß ich vorher meine Taschen geleert habe). Der Grund ist unter einer dünnen Schlammschicht fest, kein Problem. Links von mir nehme ich eine Bewegung wahr. Ich habe ein mehr als 1m langes Reptil aufgeschreckt, kann aber nicht erkennen, ob es ein kleines Krokodil oder ein großer Monitor Lizard ist. Ich mache, daß ich aus dem Wasser komme. Später lerne ich, daß, weil das Wasser im Fluß so tief ist, die zahlreichen aggressiven Krokodile sich alle in den 'Flood Plains' tummeln, also genau da, wo ich durchs Wasser stapfe. Nicht genug damit, es ist auch das Revier unzähliger Schwarzer Mambas, keiner der Angestellten geht hier freiwillig durchs Wasser.
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Das Camp besticht durch phantasievolle Freiluft-Duschen, -Bäder und - Toiletten. In den Baumhäusern wird 'Sonnenaufgang durch die Zehen' versprochen. Ich glaub's gerne. Mir gefällts.
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Wir buchen eine Mokoro-Tour. Lautlos gleiten wir durchs Wasser. 'Don't put a finger into that water - crocs and snakes are everywhere and very dangerous' werden wir gemahnt.
Unser Guide stammt aus dem Nachbardorf. Sein Englisch ist schlecht, mit Geduld und Mühe verstehen wir ihn. Er erzählt uns Geschichten. Vom Hippo und dem Krokodil. Von seinen Vorfahren, wie sie hierher gekommen sind. Von den Gefahren, die am Fluß lauern, von Frauen, die beim Wasserholen von Krokodilen getötet wurden. Alles ist viel besser, seit der Besitzer des Camps eine Pumpe samt Wasserleitung hat legen lassen. Sie sind im sehr dankbar, er hat viel für sie getan.
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Ein paar Tage später erfahren wir, daß eben dieser Mann von der Community vertrieben worden ist. 20 Jahre Arbeit und Einsatz für nichts. Neues Afrika.

30.3.2010 Divundu - Namushasha

Der Wasserspiegel ist deutlich gefallen. Fast einen halben Meter. Der Flutbuckel ist unterwegs ins Delta, wird dort in wenigen Wochen für Überschwemmungen sorgen.
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Wir fahren in den Mahango-Game-Park. Ungläubig starren die Wächter-Damen auf den Truck. 'Is this 4x4? Water is very deep.' Sie hält die Hand 30cm über den Tisch. Meint sie jetzt 30 oder 120 cm? Es ist nicht aus ihr herauszukriegen. Ich kann sie beruhigen, ja, das Ungetüm ist ein 4x4 und bleibt nicht so leicht stecken.
Eine der Wasserdurchfahrten hats aber dann doch in sich. Vielleicht 100m lang, frische Spuren hier wie am anderen Ende zeigen an, daß es vor uns schon einer geschafft haben muß. Diesmal wate ich nicht hindurch, beherzige die 'stay in your car' Schilder. Es wird tief und tiefer. Der Auspuff blubbert schon unter Wasser, ich bin es einen Gang zu hoch angegangen, die Drehzahl sackt ab. Es hilft nichts, Gaspedal durchtreten und auf das Diesel-Drehmoment vertrauen. Ich tauche vorne links weg, lenke gegen, bleibe auf dem Gas, Maxl kommt wieder hoch. Es sind locker 120cm Wassertiefe. Und da werden 100m lang.
Wir sehen Zebras, Antilopen, Warzenschweine. Alte Elefantenspuren. Jede Menge Vögel. Sonst nichts. Aber die Landschaft ist spektakulär. Das blau-schwarze Wasser gegen das tiefgrüne Gras gegen den blauen Himmel macht süchtig anzuschauen.
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Auf den 200km durch den Caprivi Game Park (politisch korrekt jetzt: Bwabwata NP) Richtung Osten sehen wir _kein_ Tier. Zumindest kein wildes. Ziegen, Kühe, ja, uralten Elefanten-Dung, aber keine Elefanten. Angeblich herrscht in Namibia eine Elefanten-Plage, es sind einfach zu viele. Ja wo sind sie dann alle?

Wir quartieren uns in der Namushasha Lodge ein, idyllisch direkt am Kwara Fluß gelegen. Wieder sind wir allein auf dem Campingplatz, sehr schön. Ein dünner hüfthoher Schilfrohrzaun trennt unseren Stellplatz vom Fluß ab, ich freue mich schon auf nächtlichen Hippo-Besuch.
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Ich mache eine Bootstour mit. Wasserlilien, weiß, gelb, blau überall. Die Gelben tragen unter Wasser Knollen, die man essen kann (dazu zieht man die Blätter ab und preßt die Knollen aus, die daraufhin schwarze Samen liefern, sie schmecken ein bißchen nach Mohn).
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Tiere? Etliche Vögel und ein paar Hippos. Den Elefanten ist's zu naß.
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Unser Guide erzählt uns von Brautwerbung, Labola (Brautpreis, hier immerhin bis zu 25 Kühen, ein Rekordpreis in Afrika). Die Heiratskandidaten bekommen je ein paar Wasserlilien, um die sie sich den Tag über kümmern müssen, wenn sie mit der Heirat einverstanden sind. Läßt einer von ihnen die Lilien vertrocknen, ist das ein Nein, fällt die Hochzeit aus.
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Auch hier dürfen die Männer, wenn sie es sich leisten können, mehrere Frauen ehelichen. Ich frage mal wieder nach, wo sie dazu die Frauen herbekommen, man braucht in solchen Fällen ja deutlich mehr Frauen als Männer. Aber das ist hier kein Problem, versichert er mir. Nachdem man zwei Söhne empfangen hat, geht man zu einem Witchdoctor und bittet ihn, einen Trank zu brauen, der dann für Mädchen sorgt. Alle weiteren Kinder sind dann Mädchen. Und deshalb haben sie im Dorf immer genug Frauen. Ob das auch bei Weißen wirkt, will ich wissen. Ich habe näich schon zwei Söhne, ob er mich zu einem Witchdoctor führen kann? Er zwinkert unter seinem Wasserlilien-Sonnenhut - no problem.
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Arno, der Ranger, lädt uns auf einen Gamedrive ein. Der wird von Tag zu Tag verschoben, weil es jeden Tag pünktlich um 15:00 Uhr regnet. Aber heute ist es schließlich so weit.
Mit dem Boot geht es über den Fluß zum 'Monster', dem Game-Drive-Lkw. Ein 10to Ungetüm, ideal für das sumpfige Gebiet mit dem hohen Gras, meint Arno.
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Und schließlich finden wir sie, die Elefanten. Wir machen einen Stop, vertreten uns die Füße, es gibt kalte Getränke. Arno warnt die Leute, sich nicht allzu weit vom Truck zu entfernen, es sind Löwen in der Nähe und die Elefanten haben Junge unter sich, da sind sie eher nervös. Und es sind - wieder einmal - die Deutschen, die es besser wissen und sich bis auf 50m an die Elefanten haranpirschen, um mit ihren Pocket-Kameras oder Handys bessere Bilder schießen zu können. Gottseidank stehen wir gegen den Wind, so daß die Elefanten unsere Witterung noch nicht aufgenommen haben, trotzdem spurtet ein Guide los, um die Spinner wieder einzufangen.
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Arno zeigt uns Wurzeln an einem Baum. Noch haben sie keine Verbindung zum Boden, sie nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf. Sobald sie den Boden erreichen, wächst beschleunigt sich das Wachstum und die Feige erstickt und erdrückt den alten Baum. Fiese Nummer.
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Der 'heilige' Baum. Das 'Ironwood' ist 1.200kg pro m³ schwer, unglaublich hart, unendlich langsam wachsend. Er scheint uns anzuschauen.
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Im Camp tummeln sich tausende von Raupen, 'Hairy Worms'. Sie sind überall. An der Decke, an den Wänden, manchmal fallen sie einem direkt vor die Füße. Die feinen Härchen sind ganz außerordentlich lästig, sie durchdringen die Haut und brechen dann ab. Sie dann wieder herauszubekommen ist unmöglich und zudem lösen sie einen schier unerträglichen Juckreiz aus.
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5.4.2010 Namushasha - Katima Mulilo

Unser Visum läuft schön langsam aus. Weil wir u.U. noch einmal durch Namibia müssen, um nach Angola zu gelangen, sollten wir uns ein paar der 90 Tage, die man max. pro Jahr in Namibia bleiben darf, aufsparen. So schön der Platz also ist, wir müssen weiter.
In Katima Mulilo nächtigen wir in der Zambezi Riger Lodge. Der Reiseführer hat eine 'floating bar' versprochen, von der aus man Hippos und Krokodile beobachten kann. Von wegen. Die 'floating bar' dümpelt vor sich hinrottend 50m flußabwärts im Wasser, die neue Bar ist zwar am Wasser aber weder 'floating' noch Hippos oder Krokodile. Futuristisch, modern, aber ohne jeden Charme.

6.4.2010 Katima Mulilo - Kasane

Ich will meine verbliebenen Namibia-Dollar noch in Rand umtauschen. Die Namibia-Dollar nimmt mir in Botswana oder Simbabwe keiner ab. Die erste Bank quillt vollkommen über. Es ist der erste Werktag nach Ostern, da muß offensichtlich jeder in die Bank. Die Bank ein paar hundert Meter weiter ist dagegen so gut wie leer. Sehr schön. Ich bin der Dritte in der Warteschlange. Und warte also. Beobachte das Cricket-Spiel im Sat-TV. Warte. Ein einziger Schalter hat offen und der ist von zwei Damen belagert. Keine Ahnung, was da so lange dauern kann. 10 Minuten vergehen. Die Warteschlange ist inzwischen auf 10 Personen angewachsen. Was aber niemanden veranlaßt, einen weiteren Schalter aufzumachen. Ich versuche zu erspähen, warum nichts vorwärts geht. Und sehe den Bankangestellten mit Plastiktüten voller Münzen hantieren. Er zählt die Münzen. Per Hand. Tausende. Dreimal. Afrika.
30min später ist mein Geld dann endlich gewechselt. 3.000N$ gegen 3.000Rand. Kostenlos. Auch so etwas gibts.
Die Grenzabfertigung Richtung Botswana ist schnell und schmerzlos. Allerdings kann ich das 'border crossing' Dokument nicht mehr finden. Mehrfach durchsuche ich den inzwischen stattlichen Ordner, in dem alle offiziellen Dokumente aufbewahrt werden, aber es ist nicht dabei. Der Polizist am Schlagbaum ist am Verzweifeln. Ohne Dokument kann er mich nicht durchlassen, er muß es in eine Schachtel legen. Ich suche weiter. Schließlich gibt er auf und öffnet seufzend die Schranke.
Sehr, sehr schön wars in Namibia, da kann man durchaus nochmal hin.
Auf nach Botswana, Teil 3
created: 2009/07/24 by Thomas Waas
last changed: $Date: 2010/04/14 11:57:55 $ by $Author: thomaswaas $