Afrika! - Südafrika I

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5.4.2009 Krüger Nationalpark, Punda Maria - Beitbridge / Grenze zu Simbabwe

Nach unserem kurzen Ausflug nach Südafrika sind wir wieder zurück in Simbabwe

Afrika! - Südafrika II

22.10.2009 Marracuene, Mosambik - Krüger National Park, Crocodile Bridge Camp

Ah! Welche Genüsse! Welches Angebot! Es gibt Büffel-Mozzarella, Parma-Schinken, Le Tartare-Käse und saftiges, dickes Steak. Gemüse aus aller Herren Länder und Wein, daß man nicht weiß, wo man zuerst hingreifen soll. Wir sind zurück in Südafrika!
Ich weiß ja, daß man nicht mit leerem Magen einkaufen soll - mir war aber auch nicht bewußt, wie sehr mir die leckeren Genüsse der Heimat gefehlt haben. Nur wie man Rindsrouladen-Scheiben richtig schneidet, muß ich den Metzgern hier noch beibringen...
Wir sind herzlich willkommen in Südafrikas Nationalparks. Kein Gemeckere wegen des Trucks, keine absurden Gebühren, unkomplizierte Buchung, perfekte Infrastruktur. Aber man ist halt nicht wirklich alleine.
Wir haben uns vor einem halben Jahr die Wildcard besorgt, die uns für ein Jahr kostenlosen Eintritt in alle südafrikanischen Nationalparks gewährt. Das lohnt sich. Ich habe für eine 'Partner-Card' ca. 160Euro bezahlt, das ist nach deutlich weniger als einer Woche Aufenthalt locker wieder eingeholt. So bezahlen wir nur für Camping - der Truck kostet nicht extra - herzlichen Gruß nach Botswana, wo man uns allein für den Truck bis zu 200USD pro Tag abknöpfen wollte...
Die Ranger sind hilfsbereit und freundlich - hier kann man, wenn einen die Nähe zu anderen Erholungssuchenden nicht stört, durchaus Wochen verbringen. Und es gibt jede Menge Tiere. Elefanten, Büffel, Löwen, Leoparden, Nashörner - die 'Big 5' - kein Problem. Jeden Tag, wenn's denn sein muß. Wir aber gehens langsam an und genießen die Ruhe - und, wenn man ein bißchen abseits der Hauptrouten weilt - auch die Einsamkeit im Park.

23.10.2009 Krüger National Park, Crocodile Bridge Camp - Krüger National Park, Skukuza Camp

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25.10.2009 Krüger National Park, Skukuza Camp - Krüger National Park, Satara Camp

26.10.2009 Krüger National Park, Satara Camp - Krüger National Park, Maroela Camp

Mein Lieblingscamp in Park. Es wird von einer alten Frau betreut, die hier schon seit 16 Jahren arbeitet. Sie weiß viel zu erzählen! Es gibt keine Chalets, kein Restaurant, keine Bar, keinen Laden, nur Natur pur. Und bis auf den einen Südafrikaner, der meint, alle Anwesenden mit seinem lautstarken Business-Telefonat beeindrucken zu müssen, sind die Leute im Camp sehr, sehr angenehm.

27.10.2009 Krüger National Park, Maroela Camp - Blyde River Canyon

Wir fahren durch traumhafte Landschaft entlang der 'Panorama Route' und bestaunen von 'Worlds End' aus die 'Three Rondavels' und den Blyde River Canyon. Gewaltig.
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28.10.2009 Blyde River Canyon - Sabie

Ein landschaftlicher Höhepunkt jagt den anderen. God's Window (ein spektakulärer Aussichtspunkt), zahlreiche Wasserfälle (auch wenn sie jetzt wegen der Tockenheit eher Rinnsale sind), Bourke's Luck Potholes, zauberhafte Auswaschungen in Stein und 'The Pinnacle', eine Felsen-Nadel.
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An jeder Sehenswürdigkeit wird Kunsthandwerk verkauft, farbenfrohe Tücher, Schnitzereien mit allen möglichen und unmöglichen Motiven, aber unaufdringlich und angenehm.
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29.10.2009 Sabie - Benoni, Mufasa Lodge

Freunde von uns führen die Mufasa Lodge in Benoni, Johannesburg. Wir besuchen sie für ein paar Tage, treffen Dennis, unseren Overlander, wieder und verbringen ein paar Abende gemütlich bei Bier, Wein (und Gesang). Zwischendurch bringe ich Maxl, unseren Truck, zu MAN Johannesburg zum Service. Der wird fachgerecht und schnell erledigt, aber wie erwartet können sie die defekten Simmerringe der Reifendruckregelanlage in den Radnaben nicht ersetzen. Dazu braucht man jede Menge an Spezialwerkzeug und das hat weltweit fast niemand. Also fahre ich mit abgeklemmter RDRA weiter. Auch gut.

2.11.2009 Benoni, Mufasa Lodge - Johannesburg, Yeoville

Wir besuchen Nattie und seine Frau. Er ist Zulu, seine Frau königlicher Abstammung aus Swaziland. Sie wohnen in Yeoville. Jetzt habe ich natürlich alles Mögliche über Johannesburg und die dortige Kriminalitätsrate gehört und gelesen und Nattie wohnt - in Yeoville. Mitten drin. Türen werden mit mehreren Schlössern versehen, zusätzliche abschließbare Stahlgitter davorgeschoben, es gibt kein Fenster, das nicht vergittert wäre, Stacheldraht und schlimmeres ziert jede Mauer, jedes Tor, jeden Vorsprung. Eine Welt wie von einem anderen Stern. Wir finden Platz in einem Hinterhof. Weithin sichtbar stehen wir wie auf dem Präsentierteller hinter Stacheldraht.
Hundert Meter unterhalb unseres Stellplatzes haben sich 'Squatter' niedergelassen. Haben eine behelfsmäßige Hütte gebaut und leben dort. Ohne Strom, ohne Wasser, ohne sanitäre Anlagen. Sie beten mehrmals am Tag. Mit einer unfaßbaren Stimmgewalt wenden sie sich an Gott. Ich verstehe leider nichts von dem, was sie aus sich rausschreien. Es klingt aber eher nach Anklage denn nach Andacht. Ich kanns ihnen nicht verdenken.
Spätnachmittags ziehen wir um die Häuser, Nattie zeigt uns 'sein' Yeoville. Und ich fühle mich pudelwohl. Wir schlendern von Bar zu Bar, überall werden wir angequatscht, freundlich, interessiert, verrückt, ausgeflippt. Ich bin der einzige Weiße soweit das Auge reicht. Aber ich werde akzeptiert, bestaunt, ausgefragt. Wir lachen zusammen, erzählen Lebensgeschichten, philosophieren, hören Musik. Yeoville ist ein Schmelztiegel Afrikas. Aus praktisch allen afrikanischen Ländern kommen die Menschen hierher, ins Zentrum Johannesburgs, 'The New York Of Nowhere', wie es einer hier nennt.
Ich bekomme erklärt (und demonstriert), was 'Kwaito' ist, wir treffen Künstler aller Couleur, manche sprühen vor Energie, andere wirken frustriert und müde.
Es wird spät, bis wir ins Bett kommen. Ich habe immer noch leichte Sicherheitsbedenken wegen unseres Stellplatzes, aber nach ein paar Nächten hat sich auch das erledigt. Man gewöhnt sich an fast alles.
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5.11.2009 Johannesburg, Yeoville - Webasto, Boksburg - Yeoville

In Boksburg befindet sich eine Webasto-Vertretung. Dort bekomme ich meine Dosierpumpe (gegen Garantie!) ausgetauscht, die Leitungen werden durchgeblasen, der Kraftstoff-Filter ersetzt - und schon geht sie wieder! Ein erstklassiger Service.
Wir verbringen den Tag in einem Park, essen abends lecker, Bhebe, ein Gitarrist, singt zum Essen. Zu Hause lerne ich traditionelle Swaziland-Tänze, die Tage vergehen wie im Flug. Nattie und ich sind jetzt 'black brother' und 'white brother'.
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Ich bekomme meine Klimaanlage instandgesetzt, jetzt kann Sommer oder Winter kommen, wie es mag.

9.11.2009 Johannesburg, Yeoville - Royal Natal National Park, Hlalanathi Berg Resort

In den Drakensbergen verbringen wir ein paar Tage im Hlalanathi Berg Resort, mit direkter Sicht auf das 'Amphitheater', ein Felsmassiv. Die Natur um uns ist saftig, grün, frisch. Herrlich.
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Bei der Anfahrt leuchtet plötzlich die Ladekontroll-Leuchte der Zusatzlichmaschine und die Klimaanlage bläst warme Luft ins Innere. Alles klar. Mindestens zwei Keilriemen sind hinüber. Ich sehe nach - ein Keilriemen ist weg, ein zweiter hat sich wunderhübsch um den Radiator-Lüfter gewickelt und festgezurrt und der dritte Keilriemen hat sich bei dieser Aktion um 90° gedreht, so daß der jetzt 'auf seiner Seite' läuft. Hier mitten auf der Straße mag ich den Keilriemen nicht wechseln. Zumindest einer sitzt ja noch richtig und auf Klimaanlage und Zusatzlichtmaschine kann ich verzichten. Mit Leerlaufdrehzahl tuckern wir die letzten 3km zum Resort. Morgen kann ich mir das Malheur dann genauer ansehen.
Der Truck hat insgesamt 4 Keilriemen. Die zwei 'äußeren' kann man ohne erheblichen Aufwand wechseln, um aber an die Spannvorrichtung der zwei 'inneren' zu kommen, muß die Kabine gekippt werden. Und das heißt Reserverad vom Dach, Faltenbalg abmontieren etc. pp. und pumpen, pumpen, pumpen.
Mein linkes Vorderrad zeigt Auflösungserscheinungen. Zuerst zeigten die Stollen der Lauffläche Beulen, jetzt löst sich Gummi ab. Höchste Zeit, den Reifen zu wechseln, einen Reifenplatzer am Vorderrad braucht keiner. Das kann ich ja jetzt gleich miterledigen. Inzwischen läuft der Radwechsel ganz routiniert. Von ehemals 5 Stunden (zu zweit) bin ich jetzt runter auf 90min (alleine). Noch mehr Praxis brauche ich aber nicht unbedingt gleich wieder.
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Ich habe einen interessierten Zuschauer. Gar nicht scheu, diese Viecher.
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13.11.2009 Royal Natal National Park, Hlalanathi Berg Resort - Giants Castle - Ntabamhlope, White Mountain Resort

Giant Castle Rock ist nach dem Royal Natal Park nicht mehr ganz so spektakulär, aber die Anfahrt ist wunderschön. Wir dürfen auch nach Nachfrage nicht auf dem Parkplatz im Resort übernachten - wir können gerne ein Chalet mieten, dann kann auch der Truck stehenbleiben, wo er ist, aber hier übernachten, nein, das geht nicht. Also fahren wir 30km zurück und übernachten in einem Resort mit angeschlossenem Campingplatz. Auch gut.
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Das beschert uns eine wunderbar romantische Abendstimmung.
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14.11.2009 Ntabamhlope - Mount Carrie Nature Reserve

Es regnet mal wieder in Durban, also schenken wir uns den Schlenker und fahren lieber kleine und kleinste Nebenstraßen quer durch die Drakensberge, machen Rast an idyllischen Plätzen, wobei Janice nicht mehr aus dem Auto zu kriegen ist, seit mir vor ein paar Tagen eine Puffotter praktisch über die Füße gekrochen ist. Ich sitze unschuldig neben dem Truck und lese, als mich eine Bewegung am Boden aufmerken läßt. Kriecht da eine Puffotter keinen Meter von mir entfernt durchs Gras. Da bleibt man (wie vor ein paar Monaten beim Leoparden) gaaaanz still sitzen... Ich hätt's ihr nicht erzählen sollen...
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15.11.2009 Mount Carrie Nature Reserve - Port St. Johns

Das vielgelobte Port St. Johns enttäuscht uns. Von 'spektakulärer Lage' wird da berichtet und einem relaxten Lebensstil, vielen Künstlern und Idylle. Ich find's einfach nur schäbig, heruntergekommen, vernachlässigt. Das, gepaart einem arroganten und desinteressierten Empfang im Amapondo Beach Packers, läßt uns umkehren und wir verbringen die Nacht außerhalb im Cremorne Estate, vom RKH Resifeführer als groß und überteuert beschrieben, was ich so nicht bestätigen mag. Sauber, freundlich, preislich im Durchschnitt und man wird nicht blöd angequatscht. 4 von 5 Punkten. Basta.

16.11.2009 Port St. Johns - Coffee Bay

Ich fühle mich nicht unbedingt wohl hier in der Transkei. Vielleicht liegts an den unfreundlichen, zum Teil ganz leeren Gesichtern, vielleicht an einer Hoffnungslosigkeit, die ich spüre, Gruppen von Jugendlichen lungern herum, fordern frech und aggressiv Geld und Zigaretten. Give Me!
Und es regnet, was meiner Stimmung auch nicht hilft. Es ist grau, trüb, trist. Die Straßen schlammig, wo nicht asphaltiert und dort, wo asphaltiert, mit Schlaglöchern gespickt, so tief wie weit. Und nachdem sie voll Wasser stehen, sieht man sie auf regennasser Fahrbahn immer zu spät.
Auch Coffee Bay lädt mich nicht zum Bleiben ein. Aber auf dem Weg an der Küste entlang finden wir eine kleine Lodge in einer Bucht direkt an der Steilküste. Die Zufahrt ist rutschig und super-steil, aber langsam, langsam bugsiere ich Maxl hinunter. Als ich innerhalb der Lodge wenden will, rutscht mir auf dem regennassen Gras das Heck weg. Ich kann die Situation nur retten, indem ich auskupple und Maxl machen lasse, was er will. Nach etlichen Metern stehe ich wieder senkrecht zum Hang und kann abbremsen. Ein blödes Gefühl, wenn man auf die Steilküste zurutscht...
Wir sind die einzigen Gäste, das Essen ist hervorragend und von der Terrasse aus sehen wir in der Ferne Wale. Ein Platz zum Bleiben, auch und gerade wenn es draußen stürmt und der Regen peitscht. Irgendwie gehört das zur Wildcoast, finde ich.
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18.11.2009 Coffee Bay - Gonubie

19.11.2009 Gonubie - Port Alfred

Die Zufahrt zum Campingplatz in Port Alfred schmückt ein Reed-Dach-Tor. Maxl ist etwa 2cm zu hoch. Also lasse ich Luft ab - und schon gehts. Das ist natürlich die Attraktion für jeden. Und so stehen sie bald alle um uns herum. Warum ich in einem Kühllaster unterwegs bin? Mal was Neues!
Wir stehen direkt am Fluß, sehr angenehm. Wir machen einen Rundgang durch das Städtchen, sitzen in einer Bar am Wasser und faulenzen.
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Abends beschließen wir, in das Luftlinie kaum 100m entfernte Restaurant am gegenüberliegenden Ufer zum Essen zu gehen. Also schlendern wir über die Brücke, 1km einen Stacheldraht-bewehrten Zaun entlang, bis wir einen Eingang samt Security finden, 1km am Stacheldraht-bewehrten Zaun zurück - und schon sind wir da. Südafrika. Jeder Parkplatz, jede freie Fläche, jeder Bootssteg, alles und jedes ist Stacheldraht-bewehrt. Die alte Treppe ist noch da, die direkt von der Brücke in die Marina führt, ist aber wegen der überall lauernden Kriminalität auch mit Stacheldraht zugemüllt.
Das Restaurant ist ein Flop. Ein Schnell-Steakhaus amerikanischer Machart. Überteuert, hundsmieserabler Service und mäßiges Essen. Daß man uns für ein Glas Cola dann auch noch umgerechnet 2Euro abnimmt, schlägt dem Faß den Boden aus und wir beschweren uns schriftlich bei der Franchise-Zentrale, was wahrscheinlich für die Katz ist - wir haben nie eine Antwort erhalten.
Wir marschieren in Dunkelheit und Nieselregen zurück. Die bunt beleuchtete Brücke ist hübsch, aber daß ich wegen 'der Diebe' 2km Umweg marschieren muß, nehm ich 'denen' schon übel.
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20.11.2009 Port Alfred - Addo Elefant Park

Vier Tage bleiben wir im Addo Elefant Park. Wieder bin ich über meine Entscheidung froh, die Wildcard gekauft zu haben, das macht den Aufenthalt recht günstig.
Wir lesen, beobachten Elefanten am Wasserloch gegenüber, faulenzen, grillen und lassen es und richtig gut gehen.
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Wir schleppen immer noch Holzprügel aus der Central-Kalahari mit uns herum. Die werden heute verheizt. Glücklich dreinschaun tut es nicht, das Holz-Viech.
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24.11.2009 Addo Elefant Park - Port Elizabeth

Mein Freund Stanley hat mir günstige Reifen (Michelin XZL 16.00 R20, zum Stückpreis von 10.500 Rand netto) besorgt. Sie sind damit deutlich billiger als in Deutschland und - wichtiger noch, lieferbar. Für den 25.11. habe ich einen Termin in Port Elizabeth, dort warten 3 neue Reifen auf mich (Der Ersatzreifen ist noch perfekt und einen Reifen habe ich in Namibia bereits ersetzt).
Mein Navigationssystem (Garmin C60CSX mit T4A und Garmin Southern Africa Street Maps) lotst mich durch Port Elizabeth. Mitten durch. Wir wollen südlich von Port Elizabeth zum Willows Holiday Resort. Nach mehreren Umwegen (wegen eines Unfalls, weil ich mich weigere, in eine enge Gasse abzubiegen usw.) landen wir schließlich auf einer Piste, die zwar in die richtige Richtung, aber wer weiß, wie weit führt. Stur, wie ich bin, bleibe ich auf der miserablen Piste, das Navi kennt sich inzwischen auch nicht mehr aus, die Piste verläuft angeblich 500m weiter südlich, da führt aber kein Weg hin, aber nach einer querfeldein-Einlage lande ich schließlich wieder auf einer erfassten Straße. Man sollte halt, bevor man sich von einem Navi führen läßt, die Einstellungen prüfen. So bin ich den kürzesten, aber wohl nicht den schnellsten Weg gefahren - der wäre (auf dem Highway durch die Stadt, immer geradeaus, links abbiegen, schon da) nur unwesentlich länger, aber deutlich nervenschonender gewesen. Auch nach mehr als zwei Jahren auf Achse passiert so etwas noch.
Das Resort liegt wunderhübsch, direkt am Wasser, weitab von Lärm und Trubel. Wir sind praktisch für uns alleine und genießen das auch.
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Am nächsten Tag sind wir frühzeitig beim Reifendienst (diesmal auf dem Highway durch die Stadt, es geht doch deutlich schneller!). Unter staunenden Augen hole ich den Ersatzreifen vom Dach und bleibe dabei, als sie anfangen. Was auch besser ist. Sie haben noch nie eine Reifendruck-Regelanlage gesehen, geschweige denn demontiert. Also mach ich das selber. Sie wollen die zweiteiligen Alu-Felgen mit dem Schlagschrauber lösen - nein, bitte nicht. Die Radmuttern, die sie in den Dreck fallen lassen, sammle ich auf und zeige ihnen, daß ich die lieber in einem Karton o.ä. sehen würde. Sie sehen mich ungläubig an. Doch, sonst hat man Sand im Gewindegang und das ist schlecht. Aha. Auch Beadlocks haben sie noch nicht gehabt. Ich gebe zu, daß es nicht so ganz einfach ist, die starren Gummiringe in oder aus dem Reifen zu bekommen (außer man hat entsprechendes Spreizwerkzeug, das ich aber leider nicht dabei habe), aber unter beherztem Einsatz geht auch das. Schnell ist der erste Reifen ersetzt. Nur leider ist die Felge nicht mehr dicht. Schöner Mist! Die ehemals runden O-Ringe sind nach knapp zwei Jahren zu einem Halbrund verpreßt und dichten nicht mehr. Wir nehmen die Felgen mehrfach auseinander, putzen, polieren, reinigen, was das Zeug hält, bis knapp 5 bar sind sie daraufhin dicht, aber dann wirft die Seifenlösung, die wir auf den Spalt sprühen, wieder Blasen. Es hilft nichts, ich brauche wohl neue O-Ringe aus Deutschland. Bis dahin wird mit Silikon abgedichtet :-(
Die Jungs arbeiten wie wild, trotzdem wird es nach Feierabend, bis wir fertig sind. Sie haben sich ein gutes Trinkgeld redlich verdient und freuen sich wie Schneekönige.
Wir haben vereinbart, daß ich per Kreditkarte bezahlen kann. Aber keine meiner guten Handvoll Karten wird autorisiert. Wir sollen die Zentrale anrufen. Dort landen wir in einer endlosen Warteschlange. Zuletzt kann uns die Zentrale auch nicht helfen, wir sollen bei meiner Bank in Deutschland anrufen. Es ist nach 17 Uhr, zu Hause eine Stunde später.
Wir vereinbaren, daß Bernie am nächsten Tag von zu Hause aus eine telegrafische Überweisung tätigt. Daraufhin lassen sie mich fahren. Sie wissen ja, wo ich nächtige, sagen sie. Das hätte ich nicht erwartet.
Am nächsten Tag geht die Kreditkarten-Zahlung dann doch problemlos durch. Warum, weiß keiner. Die Banken halten sich bedeckt. Ein Mitarbeiter kommt extra bis ins Willows-Resort gefahren, so daß ich hier die Kreditkarten-Slips unterschreiben kann und nicht extra in die Stadt fahren muß. Das nenne ich Service!
Infos:
Reifen bei Tirepoint, Johannesburg, Kontakt: Rocky Boulanger, +27 824565209
Montage bei Trentyre, 326 Kempston Road, Port Elizabeth, Kontakt: Scott Gibson, +27 41 4532377
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26.11.2009 Port Elizabeth - Tsitsikamma National Park, Storm River Mouth

Nachdem ich in Johannesburg meine UMTS-USB bzw. PCMCIA-Modems freischalten konnte (das PCMCIA Teil habe ich in Dubai gekauft, es funktionierte nur mit einer Etisalat-SIM-Karte, das USB Teil stammt aus Kenia und mag nur kenianische Zain-SIM's), haben wir mobiles Internet. Eine Wohltat!
So habe ich online ein paar Tage im Storm-River-Camp im Tsitsikamma Nationalpark buchen können.
Wieder stehen wir direkt am Wasser. Wild und ungestüm ist es.
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Wir wandern die kurze, aber wunderschöne Strecke zur berühmten Hängebrücke über die Stormriver-Mündung,
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stehen Aug' in Aug' frechen Vögeln gegenüber,
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unternehmen eine ausgedehnte (und schwierige) Wanderung zum Wasserfall. Es ist der Start des berühmten Otter-Trails. Für die 3km zum Wasserfall brauchen wir 1,5 Stunden. Über weite Strecken balancieren wir über Felsen.
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Die Wiesen stehen in voller Blüte. Der Duft der gelben Blumen um mich ist atemberaubend. Sie duften wie Curry. Umwerfend.
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30.11.2009 Tsitsikamma National Park, Storm River Mouth - Plettenberg Bay

Die Wal-Beobachtungs-Saison in Plettenberg ist jetzt Anfang Dezember vorbei. Mit viel Glück kann man eventuell noch 'Nachzügler', Mutter mit Babys, beobachten, die für den Weg nach Süden länger brauchen.
Es gibt in Plettenberg Bay mehrere zugelassene Wal-Safari Unternehmen. Den ersten Laden (Ocean Safaris) verlassen wir gleich wieder, weil die Dame hinter dem Tresen lieber ihr Privatgespräch am Telefon weiterführt, als sich um Kunden kümmert. Selber schuld. Mit unserer zweiten Anlaufstelle gleich nebenan (Ocean Blue Adventures) haben wir deutlich mehr Glück. Die Jungs sind fit und aufgeweckt. Einer von ihnen hat uns beobachtet, wie wir mit dem Truck angekommen sind, er selbst hat halb Afrika bereist und so sind wir schnell am fachsimpeln und Kontake austauschen. Er hat einen hoffentlich wertvollen Kontakt nach Angola. Vielleicht nützts ja was.
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Die Safari ist nicht billig, aber, sollten wir keine Wale finden, werden statt 600 Rand nur 400 fällig. Ich finde das durchaus fair.
Also buchen wir. Und nach einer kurzen, durchaus humorvollen Einführung geht es mit einer bunten Truppe aus hauptsächlich Deutschen und Schweden aufs Boot. Wir landen (nicht ganz unbeabsichtigt) in der ersten Reihe, obwohl uns unser Führer klar gemacht hat, daß es 'da vorne' richtig zur Sache gehen kann. Da hab ich als Geschwindigkeits-Freak nichts dagegen :-)
Die so ruhig wirkende See ist ganz schnell nicht mehr so brav. Meterhoch kommen die Wellenberge daher, so daß unsere Speed-Boat-Führerin immer wieder Gas wegnehmen muß, um die Außenborder nicht zu beschädigen (das kenne ich doch aus Tansania...)
Bald füttern die ersten Passagiere die Fische. Die ersten Reihen leeren sich. Aber bis auf die bisweilen wirklich harten Schläge genieße ich den Ritt, auch wenn ich pitschnaß werde.
Und wir haben Glück. Ganz außerordentliches sogar, wenn man dem Guide glauben darf. Eine Mutter samt Baby taucht unmittelbar vor uns auf. Ein Moment, in dem der Atem stockt. Unglaublich.
Die Kamera ist erstmal vergessen, das sehe ich mir lieber in voller Schönheit an. Deshalb hier nur ein Schnappschuß 'als Beweis'!.
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Das Anlanden des Bootes ist dann auch eine Aktion für sich. Mit vollen Speed geht es aufs Ufer zu. Der Guide liegt über den Bug gebeugt und hält nach unvorsichtigen Schwimmern Ausschau. Und dann geht es - ungebremst - volle Kanne in den Sand. Wow. Die Verzögerung enspricht ungefähr einer Vollbremsung in einem Auto. Wir landen absolut im Trockenen...
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Janice hat's nur bedingt genossen. Sie half beim Fisch-Fütterern.
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2.12.2009 Plettenberg Bay - Wilderness

Wir stehen schön an einem Fluß aber es ist laut - die N2 ist in Hörweite, das Wetter ist schlecht. Ich hatte geplant, hier ein paar Tage im Nationalpark zu bleiben, um zu wandern und Kanu zu fahren, aber es lädt nicht zum Bleiben ein.

3.12.2009 Wilderness - Swartberg Nature Reserve, Raubenheimer Dam

Das Wetter wird nicht besser. Die Wolken drücken gegen die Berge - vielleicht wird es im Landesinneren ja besser. Und tatsächlich - kaum sind wir über den ersten Paß, scheint auch schon wieder die Sonne. Es ist staubtrocken hier, nur wenige 10km von der Küste entfernt. Die Wasser-Reservoire sind leer, ausgetrocknet, die Vegetation dürr, schlimm.
Stanley hat uns erzählt, daß auch seine Farm in der Nähe von Wilderness unter Trockenheit leidet. Sie müssen Wasser per Lkw anliefern lassen. Und das am Ende des Winters, zu einem Zeitpunkt, an dem die Staudämme eigentlich voll sein sollten.

4.12.2009 Swartberg Nature Reserve - Cango Caves - Warmwaterberg

Ein 'Must-See', eines der 'großen Naturwunder der Erde' (RKH-Führer) sind die Cango-Caves. Wir reihen uns in den Besucherstrom ein und machen die 'Standard-Tour' mit. Die 'Adventure-Tour' bietet Thrills, die ich nicht brauche (bäuchlings etliche Meter eine Felsspalte hindurchkriechen. Ein Modell davon steht am Eingang - da paßt mit Mühe gerade so mein Kopf durch - nein danke!).
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Wir treffen auf urtümliche, miteinander kämpfende Monster, die glücklicherweise in Stein erstarrt sind.
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Entlang der R62 reihen sich Straußenfarmen und Portwein-Kellereien aneindander. Von hier aus wurden angeblich die Straußenfedern nach Europa geliefert.
Der Abstecher durch den Seweweekspoort Paß (hier werden auch Schluchten 'Paß' genannt) ist ein landschaftliches Highlight. Genauso wie die folgenden 150km Schotterstraße durch Bergwelt und weite Ebenen.
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5.12.2009 Warmwaterberg - Swellendam

Wir bleiben ein paar Tage in Swellendam, einem beschaulichen, ruhigen, hübschen kleinen Ort.
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Pipo darf mal wieder vors Auto und genießt seine neugewonnene Freiheit sichtlich. Das Wasser aus dem Zapfhahn schmeckt einfach viel besser als das im Truck.
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7.12.2009 Swellendam - L'Agulhas

Der südlichste Punkt Afrikas empfängt uns mit stürmischem Wetter. Paßt irgendwie zur Gegend. Bei dem Wetter möchte ich nicht draußen auf dem Meer sein - keine Sicht, orkanartige Böen, heftiger Wellengang - ich kann nachvollziehen, warum hier jede Menge Wracks herumliegen. Wir sind froh, nach unserem Spaziergang sicher und trocken im Truck zu sitzen, der bei dem Wind ganz kräftig schaukelt.
Wir werden zu Stammgästen in einem kleinen Laden, Imbiß und Fischhändler in Einem. Noch frischer wird Fisch nicht. Und der Tintenfisch ist ein Gedicht. Butterweich und geschmacklich Extraklasse. Wir essen zu zweit für umgerechnet 5 Euro inclusive Getränken.
Gegenüber befindet sich ein Weinladen - wir testen südafrikanischen trockenen Sekt, Sauvignon Blanc, Syrah und sind schnell in geselliger Runde in tiefschürfende Diskussionen um Gott, die Welt, Reisen und Afrika vertieft.
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9138km Luftlinie sind's nach Hause. Ab heute geht's heimwärts, nach Norden.
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Wir besichtigen den Leuchtturm samt Museum. Beeindruckend. Die Treppen führen in dem engen Turm nahezu senkrecht nach oben.
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Aug in Aug steh ich der Leuchtturm-Linse gegenüber.
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Immer noch ist der Wind stürmisch. Auf der schmalen Plattform fühlt sich nicht jede(r) wohl...
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Das Meer spielt weiter mit den Wracks. Dieses hier wurde beim letzten Sturm umgedreht und liegt jetzt etliche Meter weiter in den Klippen.
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09.12.2009 L'Agulhas - Onrus

Ein kleiner Umweg landeinwärts führt uns durch das 'Künstlerdorf' Elm. Nicht so wahnsinnig spekatakulär, aber ganz hübsch. Die Fahrt über Schotter- und Sandstraßen ist ein Genuß. Die nächsten Touristen sind weit weg.
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Wir tasten uns mit dem Truck durchs Stadtzentrum in Hermanus, weil der Herr Waas wieder einmal nicht geglaubt hat, daß Trucks nicht durch die Stadtmitte sollen, aber - wir sind der Beweis - sie passen durch. Basta.
Wir finden einen Campingplatz etliche Kilometer außerhalb von Hermanus in Onrus. Weil die südafrikanischen Ferien anstehen und Wochenende ist, ist er proppenvoll. Die Jungs neben uns beglücken uns die Nacht über mit Rap in voller Lautstärke, sie finden's cool und wir nehmens mit Humor.
Die Strandpromenade ist hübsch und romantisch, lädt zum Spaziergang in der Abendsonne ein. Nur das Seegras, das überall angespült wird und liegenbleibt, stinkt zum Himmel.
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11.12.2009 Onrus - Fisherhaven

Wir bleiben ein paar Tage in Fisherhaven. Eine Verwandte von Janice hat hier ein Haus. Sie ist leider verstorben und irgend jemand muß sich um Haus, Post und Sonstiges kümmern.

15.12.2009 Fisherhaven - Kommetjie

Die Straße entlang der Küste ist spektakulär. Einfach toll. Das ist DIE Motorrad-Strecke.
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Südlich von Kapstadt treffen wir kurz vor Muizenberg auf die ersten Townships. Sie reichen bis zum Horizont. Selbst für einen Johannesburg-gestählten Reisenden eine unfaßbare, andere Welt.
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Der indische Ozean peitscht gegen die Küste. Kein Wunder, ist es doch der Atlantik, wie wir seit L'Agulhas wissen. Der Wind ist stürmisch. Ein kalter Empfang auf der Kap-Halbinsel.
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In Kommetjie, auf der 'echten' Atlantik-Seite der Halbinsel ist das Wetter deutlich besser. Aber der blaue Himmel täuscht. Das Wasser ist eiskalt. Da friert's einem die Füße ab.
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Die 'einheimische' Variante der Badehaube besteht aus einer Plastiktüte.
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17.12.2009 Kommetjie - Cape Town - Kommetjie

Seit den Drakensbergen streikt das Motorrad. Dort wäre ich gerne in den Bergen herumgekurvt, aber leider weigerte sich der Bock hartnäckig, anzuspringen. Also wird das Teil jetzt zu BMW in Cape Town gebracht. Die Benzinpumpe ist hinüber. Das Benzin aus Simbabwe hat sämtliche Leitungen und Dichtungen angegriffen, im Plastiktank finden sie schwebteil-trübes Benzin. Also wird die gesamte Kraftstoff-Zuleitung samt Kraftstoffpumpe ausgetauscht (Kilometerstand: 4.900km). Das dauert. Und kostet. Sie empfehlen, in Afrika das Benzin abzulassen, wenn das Motorrad 4 Wochen nicht benutzt wird...
Der Tafelberg ist mit dem 'Tablecloth' bedeckt, es windet ganz schön. Wir sollten es wegen der Wetterverhältnisse und anderen Hindernissen tatsächlich nicht schaffen, auf den Tafelberg zu kommen...
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Wir verbringen den Rest des Tages in Cape Town, den Truck sicher bei BMW vor der Haustüre geparkt.
Zurück geht es über Chapman's Peak, 'eine der schönsten Küstenstraßen der Welt'.
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Zurück im Camp bietet uns einer der Dauer-Camper fangfrische Langusten zum Kauf an. 30 Rand (nicht einmal 3€) das Stück. Wir greifen zu. Es wird ein Festmahl. Langusten aus dem Dampfgarer. Das Leben ist herrlich.
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24.12.2009 Kommetjie

Wir sind im Imhoff-Caravan-Park untergekommen und fühlen uns rundum wohl hier. Pipo hat eine Ausnahmegenehmigung ('absolutely no pets' sagt ein großes Schild am Eingang, als wir der Besitzerin beichten, daß wir eine Katze dabeihaben, sagt sie nur - I haven't heard anything, I don't know anything, so I won't say anything), trotz der vielen Camper um diese Jahreszeit ist es ruhig und relaxt. In ca. 2km Entfernung gibt es ein Bäckerei-Bistrot, das lecker kocht, der Strand ist keine 2min entfernt, hier kann man's durchaus eine Weile aushalten.
Alljährlich zieht am 24.12. eine 'Marching-Band' durch den Campingplatz. Schräg, aber der gesamte Platz genießt das Spektakel.
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25.12.2009 4 Pässe Tour

Das Motorrad läuft wieder. Es hat eine Woche gedauert, bis die Ersatzteile verfügbar waren, aber jetzt schnurrt sie wieder, die Kiste. Wir machen eine 230km Tour durchs Weinland, über vier Pässe, von denen drei das Prädikat nicht verdienen, aber es ist eine herrliche Fahrt.
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29.12.2009 Cape Town

Bernie kommt mich besuchen. Schön langsam wird's Tradition, daß wir zusammen Silvester feiern. Sehr schön!
Wir verbringen Tage in Cape Town (Table Mountain ist immer noch verhüllt), genießen die Sonne an der Waterfront, fahren mit dem Tour-Bus durch die Stadt (sehr empfehlenswert, informativ und gut gemacht), treffen Stanley und Geli, fahren mit ihnen durch das Weinland, kosten Wein, sie zeigen uns 'ihr' Cape Town, da gibt es Plätze in den Bergen um Cape Town, da möchte man gar nicht mehr weg.
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31.12.2009 Pinguin Kolonie Simonstown

Am Morgen besuchen wir die Pinguin Kolonie südlich von Simonstown. Der erste Pinguin, den ich sehe, sieht aus wie aus Plastik. Vollkommen reglos steht er im Gras, das Fell glänzt, ich denke noch - das kann doch nicht wahr sein, will man mich hier auf den Arm nehmen? - da bewegt er sich. Er ist echt.
Stundenlang sehen wir ihnen zu, wie die Brandung sie auf dem Bauch an den Strand spült, wie sie sich beschnäbeln, ihre Brut pflegen oder im Stehen schlafen.
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31.12.2009 Silvester in Cape Town

Stanley hat uns geraten, im Paulaner Bräuhaus Silvester zu feiern. Es liegt direkt an der Waterfront, man hat besten Blick auf Geschehen und Feuerwerk und es sei nicht zu steif. Und er hat recht. Es wird ein vergnüglicher, langer Abend. Dunkelhäutige Bedienungen im Dirndl und Schankkellner in Lederhosen, typisch bayrische Leckereien, richtige Brezen, süffiges Weißbier, Leute aus aller Herren Länder (vornehmlich Deutsche natürlich) sitzen schließlich zusammen am Tisch, es wird getanzt, gelacht, gefeiert. Eine Mischung aus Skurrilem, Vermißtem, Vertrautem knapp 10.000km von 'zu Hause'. Auch wenn das Feuerwerk einem Vergleich mit der Gigantomanie am Burj-Al-Arab nicht standhält (und die Fotos davon nichts taugen) ist es in der Vollmondnacht ein bestaunenswertes und Jubelrufe provozierendes Spektakel.
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2.1.2010 Carneval in Cape Town

'You must see the Carneval' meint Stanley. Also machen wir uns auf in die Stadt, parken an der Waterfront (dort gibt es einen bezahlbaren Parkplatz im Freien, auf dem man für 10 Rand den ganzen Tag über stehen bleiben kann), suchen uns ein Taxi (alter Mercedes) und erklären dem Fahrer (weißer Afrikaaner) unser Begehr. Er weiß nichts von einem Carneval. Doch, der muß heute stattfinden. Da fällt es ihm ein - ja, aber erst heute abend. Bis dahin könnte er uns ja z.B. die Pinguine zeigen (40km) oder die Robben oder den Strand im Westen. Er hat jede Menge Einfälle, die alle mit einem hervorragenden Geschäft für ihn verbunden wären. So ein Bazi. Wir lehnen dankend ab und steigen aus.
Wir haben also jede Menge Zeit totzuschlagen. Der Himmel ist tiefblau - DIE Gelegenheit, um auf den Tafelberg zu kommen. Wir suchen das Büro des Tourbusses auf, in dem wir ein Kombi-Ticket erwerben wollen (Busfahrt, Tafelberg mit Express-Zugang, Aquarium). Die Dame kennt uns bereits und will uns heute nur 'das blaue' Bus-Ticket (hauptsächlich die Umgebung von Cape Town) verkaufen. Die gesamte Stadt sei wegen des Carnevals gesperrt, der Umzug startet um 14:00. Da schau her. So ein Ober-Bazi, der Taxler.
Mit dem nächsten Taxi haben wir mehr Glück. Es ist ein alter, verrosteter Toyota, den ein dunkelhäutiger Mann aus Simbabwe chauffiert. Er ist hocherfreut, daß wir das neue Taxi, das hinter ihm in der Schlange steht, ignorieren und bei ihm Platz nehmen. Nicht immer nähmen die Fahrgäste das Taxi, das 'an der Reihe' sei. Er setzt uns mitten in der Stadt ab, gibt uns noch ein paar Tipps und fährt, glücklich über Bernie's großzügigen Tip, weiter.
Wir haben noch ein paar Stunden totzuschlagen, schlendern durch die Straßen und nehmen schließlich ganz in der Nähe einer Straße, durch die der Umzug führt, in einem Restaurant an einem Tisch im Freien Platz. Es wirkt ein bißchen Schicki-Micki-mäßig, Essen gibt es erst ab 12:00, aber Getränke können wir bekommen. Es ist ein Weinlokal, an den Wänden entlang reihen sich Wein-Klimaschränke, hunderte von Flaschen in Weinregalen darüber, es gibt eine offene Küche und die Speisekarte verspricht frische Austern und fangfrischen Fisch. Wir bestellen ein Bier. Die Bedienung bringt uns zwei Flaschen. Gläser hat sie leider keine, weil der Schankkellner gestern nach Hause gegangen ist, ohne die Gläser abzuspülen, und heute noch nicht da ist. ?. Wir trinken aus Flaschen. Und warten, bis es 12:00 ist, um dann Essen zu bestellen. Wir ordern je ein Dutzend Austern. Und dazu Weißwein. Leider kann sie uns keinen Weißwein bringen - der Schankkellner - er hat den Schlüssel zu den Weinschränken. ?. Ein äußerst dubioser Laden - Janice meint, der kann doch nur als Fassade für irgendwelche Schweinereien dienen. Und sie hat womöglich Recht damit.
Aber die Austern sind hervorragend (nur kommen sie nicht auf Eis und sind deshalb zu warm - wir werden trotzdem nicht krank). Einziger Trost ist schließlich, daß wir statt 7 Rand pro Auster nur 7 Rand pro Dutzend zahlen, weil die Rechenkünste der Bedienung (womöglich hat der Schankkellner auch die Schlüssel zur Registrierkasse) arg zu wünschen übrig lassen. Ein schräger Laden.
Der Umzug ist farbenfroh, laut, fröhlich, ausgelassen. Laut Janice stammt der Brauch aus den Tagen der Sklaverei, dem Coon-Carnival.
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In einem schrottreifen Auto entdecken wir passende (unpassende?) Werbung der Nedbank.
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Ein paar Schritte weiter finden wir Zeugnisse der jüngeren Vergangenheit Südafrikas. Unfassbar, es ist nur ein paar Jahre her.
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So ein Stadtbummel schlaucht bei der Hitze natürlich extrem...
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Nach so viel Trubel und Anstrengung ist eine Sundowner-Fahrt genau das Richtige. Die Jolly Rodger soll uns zwei Stunden in den Sonnenuntergang fahren. Champagner gibts dazu gratis. Janice ist nach der Erfahrung in Plettenberg Bay nur schwer zu überzeugen, aber die Aussage des Kapitäns, daß das Wasser draußen glatt wie ein Spiegel sei, läßt sie dann einwilligen.
Die Jolly Rodger ist ein Piratenschiff (zumindest sieht sie so aus) und die Besatzung entsprechend verwegen. Kaum aus dem Hafen, wird die Musik bis zum Anschlag aufgedreht, Party ist angesagt. Einer der Piraten klettert den Mast hoch bis in den Korb und läßt sich an den Seilen wieder herabgleiten. Er nimmt die (auffällig leichten) Kanonen in die Hände und richtet sie auf nahe neben uns fahrende Schiffe und droht mit Kapern. Alles in allem ein Heidenspektakel.
Die See ist nicht so glatt wie versprochen. Wir sitzen hoch über dem Wasser am Bug und bekommen die Dünung voll ab. Meterhoch gehts rauf und runter. Mir ist's grade recht so, nur Janice leidet sichtlich.
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4.1.2010 Kap der Guten Hoffnung

Eines der 'Must have been' auf der Reise. Und das Kap enttäuscht nicht. Strahlend schönes Wetter, stürmischer Wind, wie es sich gehört, phantastisch.
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Nach Rio ist's deutlich näher als bis nach Hause. Und New York ist im Vergleich auch gar nicht so weit weg...
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15.01.2010 Kommetjie - Cederberg Mountains / Jamaka Farm

Wir wären ja gerne noch ein paar Tage länger geblieben, aber unsere Aufenthaltsgenehmigung läuft nach 3 Monaten aus. Wir versuchen, beim Ministerium für Home Affairs eine Verlängerung zu beantragen, das geht theoretisch auch, aber weil wir kein Rückflugticket vorweisen können, wollen sie pro Person 9.400 Rand bar als Deportations-Garantie. Wir könnten dann die Summe nach Verlassen des Landes bei einer Auslandsvertretung wieder einfordern. Selbst der Chef der Behörde, bei dem wir schließlich vorsprechen, kann (oder will) daran nichts ändern. Und obendrein meint er daß es unter Umständen zeitaufwändig sein könnte, wenn wir das Geld wieder haben wollten... Wohl eine vorsichtige Formulierung für 'vergeßt das mal ganz schnell'.
Also was solls. Wir machen uns auf nach Norden.
Und landen in einem wunderhübschen Campingplatz in den Cederberg Mountains. Als ich aussteige, traue ich meinen Augen nicht - da stehen Anabelle und Walter, die ich im Jungle Junction in Nairobi kennengelernt habe, vor mir. Das ist 15 Monate her! Die Freude ist riesig und wir verbringen späte Abende bei Braai, Wein und Erzählungen.
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17.01.2010 Cederberg Mountains / Jamaka Farm - Springbok

Die restliche Strecke bis zur Grenze ist eintönig, da grüßt jeder Trucker und freut sich, jemanden zu sehen. Über hunderte von Kilometern zieht sich das dahin. In Springbok sind wir dann die einzigen Gäste auf dem Campingplatz, es ist absolute Nebensaison. Niemand kommt hierher um die Zeit, sagt man uns.
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18.01.2010 Springbok - Vioolsdrif - Namibia

Die Fahrt von der Hochebene hinunter zum Orange River ist wunderschön nach der Eintönigkeit des Hochlandes, aber sofort wirds warm. Sehr warm. Es hat locker 40 Grad im Schatten.
Wir versuchen, die Mehrwertsteuer für diverse Ersatzteile erstattet zu bekommen, aber die Bürokraten sind schlau. Mit dem Fahrzeug fest befestigte Teile sind von der Mehrwertsteuererstattung ausgenommen. Klasse.
Schön war's in Südafrika, wir kommen bestimmt wieder, aber jetzt gehts auf nach Namibia, Teil II.


created: 2009/04/09 by Thomas Waas
last changed: $Date: 2010/04/14 11:57:55 $ by $Author: thomaswaas $